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Neonazi-Terror Werbung für Neonazi-Terror

Am Frankfurter Dom ist ein Bauarbeiter mit dem Logo einer Neonazi-Untergrundorganisation unterwegs. Das Hochbauamt will jetzt der Sache nachgehen.

In diesem Shirt war der Bauarbeiter in der Frankfurter City unterwegs. Foto: FR

Kampftruppe Adolf Hitler: nicht gerade ein Schriftzug, den man in Frankfurt häufig liest. Am Montagmorgen war aber ein junger Mann mit einem Pulli mit der Aufschrift „Combat 18“ in der Innenstadt unterwegs. Er warb mit dem Aufdruck in Frakturschrift für eine Gruppe, die sich selbst als bewaffneter Arm des in Deutschland verbotenen Neonazi-Netzwerks „Blood and Honour“ versteht: Die Zahl 18 steht dabei für den ersten und den achten Buchstaben des Alphabets: A. H., die Initialen Adolf Hitlers.

Wenig später war der Mann auf der Dom-Baustelle zugange, sein Sweatshirt hatte er abgelegt. Das Hochbauamt will nach einer Anfrage der Frankfurter Rundschau der Sache nachgehen und die entsprechende Firma darauf hinweisen, dass derartige Kleidungsstücke auf der Baustelle nicht getragen werden dürfen.

Der Geschäftsführer der Dachdecker-Firma aus Sonneberg in Thüringen, für die der Mann dem Augenschein nach tätig war, sagt auf Nachfrage, er könne sich das bei seinen Mitarbeitern nicht vorstellen, werde sich aber erkundigen. Der Name „Combat 18“ sei ihm zudem unbekannt.

Combat 18, oftmals als C18 abgekürzt, propagiert die Strategie des sogenannten führerlosen Widerstands. Ihr Ziel ist eine rassistische „weiße Revolution“: Einzelne Zellen sollen autonom agieren, eine zentrale Organisation ist dafür nicht nötig.

International haben Neonazis immer wieder diesen Namen verwendet, wenn sie Anschläge oder Morde begangen haben. Auch die mutmaßlichen Terroristen vom „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) und ihr Umfeld waren in Blood-and-Honour-Strukturen aktiv. Combat 18 selbst – und damit auch die Symbolik – ist in Deutschland nicht verboten. Es gebe keine „verbotsfähigen Strukturen“, hatte der frühere Verfassungsschutzpräsident Heinz Fromm vor einiger Zeit im hessischen NSU-Untersuchungsausschuss erläutert: keine festen Strukturen, aber eben Sympathisanten.

Nach dem Verbot von Blood and Honour in Deutschland 2000 war immer wieder gegen Neonazis ermittelt worden, denen vorgeworfen wurde, die Gruppe trotzdem fortzuführen. Auch in Sonneberg hat es 2006 in diesem Zusammenhang eine Durchsuchung gegeben. Aus der Stadt stamme zudem eine rechte Band von früheren Blood-and-Honour-Aktivisten, teilte die thüringische Landtagsfraktion der Linkspartei 2013 mit.

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