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Nassauische Heimstätte Stadt erwägt Wohnungskauf

OB Petra Roth beruhigt die Mieter der Nassauischen Heimstätte: Mit ihr gibt es keine Veräußerung an private Unternehmen - die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG steht zum Kauf bereit.

Es geht um 16000 Wohnungen in Frankfurt. Foto: luigi ungarisch

Sie zögerte nicht. Gleich am Mittwochmittag trat Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) Befürchtungen entgegen, die Mehrheit der öffentlichen Wohnungsgesellschaft Nassauische Heimstätte könnte an private Unternehmen verkauft werden. Auf dem Spiel steht die Zukunft von 16.000 Wohnungen in Frankfurt – etwa in der Heimatsiedlung in Sachsenhausen, der Fritz-Kissel- oder der Albert-Schweitzer-Siedlung.

„Niemand muss um seine Wohnung fürchten“, sagte das Stadtoberhaupt. Mit ihr, so Roth, werde es keine Privatisierung des Landesanteils geben. Sollte das Land Hessen tatsächlich seinen Anteil von 56,02 Prozent an der Nassauischen Heimstätte veräußern wollen, stehe die städtische Wohnungsholding ABG zum Kauf bereit.

„Wir zeigen in diesem Fall unser Interesse an einem Erwerb durch die ABG“, versicherte deren Geschäftsführer Frank Junker noch am Mittwochmittag. Die Stadt hält derzeit Anteile von 31,11 Prozent an der Nassauischen Heimstätte. Denkbar wäre, so Junker, dass das Land Hessen seine Anteile an die Landesbank Hessen-Thüringen veräußere und die Stadt ihre Beteiligung an die ABG verkaufe. Gemeinsam könnten Helaba und ABG dann die Nassauische Heimstätte übernehmen. „Auf diesem Wege ließe sich Sicherheit für die Mieter schaffen“, so Junker.

Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) hatte durch ein Zeitungsinterview Spekulationen über einen Verkauf der Landesanteile angeheizt. Er hatte gesagt, das Betreiben einer Wohnungsgesellschaft gehöre nicht zu den originären Aufgaben des Landes Hessen. Ein Sprecher der Nassauischen Heimstätte betonte am Mittwochnachmittag, diese Linie verfolge das Land schon seit geraumer Zeit: „Das ist überhaupt nichts Neues.“

Es sei aber keineswegs so, dass ein Verkauf der Landesanteile unmittelbar bevorstehe oder sich ankündige.

Oberbürgermeisterin Petra Roth will in jedem Fall verhindern, dass die Zukunft der Wohnungen der Nassauischen Heimstätte zum Thema im OB-Wahlkampf wird. Die FDP im Römer forderte, die städtischen Geschäftsanteile an der Heimstätte an die ABG Holding zu übertragen.

So könnten „Frankfurter Wohnungen im Wert der Geschäftsanteile“ erworben werden. So besäße die städtische ABG Holding dann die Kontrolle über alle 16000 Wohnungen der Nassauischen Heimstätte in Frankfurt.

Die wohnungspolitische Sprecherin der FDP im Römer, Elke Tafel-Stein, kündigte einen entsprechenden Antrag für das Stadtparlament an. Grundsätzlich sei es angesichts der Finanzlage des Landes Hessen absolut nachvollziehbar, dass der Finanzminister über die Veräußerung der Landesanteile nachdenke.

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