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Nahverkehr in Frankfurt Dicke Luft am Bahnsteig

Die Deutsche Bahn weist für Raucher Zonen in den oberirdischen Stationen aus, die VGF nicht. Manche Fahrgäste fühlen sich vom Qualm der Mitreisenden belästigt.

Mit Stehtisch und Aschenbecher: Raucherbereich am Hauptbahnhof. Foto: Andreas Arnold

Rosi Stach weht der Rauch ins Gesicht. „Das stört mich schon“, sagt die Frankfurterin, die am Hauptbahnhof auf die Straßenbahn wartet. Wäre es so richtig „schlimm“, würde sie aufstehen und weitergehen. So bleibt sie auf der Haltestellenbank sitzen, neben dem Raucher, der sich zur ihr gesetzt hat. „Ich lasse mich auch nicht verdrängen“, meint er.

Während in den unterirdischen Stationen der S-Bahnen und U-Bahnen ein striktes Rauchverbot gilt, sieht es über der Erde anders aus. An den oberirdischen Haltestellen der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) rauchen die Fahrgäste, wo sie möchten. Anders als die Deutsche Bahn hat die VGF keine Raucherzonen ausgewiesen.

Pro Raucherzonen

„Großartig ist das nicht“, sagt Alexander Arglebe, der ebenfalls am Hauptbahnhof in die Tram einsteigen will. Neben ihm raucht eine Frau. Er selbst habe „jahrelang geraucht“ und toleriere das, meint er. Dass Raucher ihrem Bedürfnis nachgehen wollen, kann er verstehen. Solange sie das nicht im geschlossenen Raum täten. Raucherzonen an Haltestellen würde er begrüßen.

Die VGF sieht dazu keinen Anlass. „Zum Teil“ seien die oberirdischen Bahnsteigen zu schmal, sagte der Sprecher Bernd Conrads. Die Bahnhöfe der Bahn böten „viel mehr Platz“. Außerdem müsste die Verkehrsgesellschaft für die Einrichtung von Raucherzonen etwa Stehtische, Mülleimer und Aschenbecher anschaffen und für Helligkeit und Überdachung sorgen. „Dieses Mobiliar haben wir nicht.“ Das Reinigen der Raucherbereiche würde zusätzlich Kosten verursachen. „Warum sollten wir diese Investition tätigen, müssen wir denn alles verbieten“, fragt er.

Contra Raucherzonen

Verboten ist das Rauchen in Gebäuden des Bundes, im Nahverkehr und auf Bahnhöfen seit 2007. Auch in Landesgebäuden, Schulen und Universitäten, der Gastronomie, Sportstätten und Kliniken, Museen, Theatern und Kinos ist es nicht mehr erlaubt. Außer, es gibt eigens eingerichtete Raucherräume. Die Bahn hat das Nichtraucherschutzgesetz von 2007 umgesetzt. „Die Bahnhöfe sind rauchfrei, außer in den ausgewiesenen Zonen“, sagt ein Bahnsprecher. Raucherzonen würden „je nachdem, wie breit ein Bahnsteig ist und welche Frequenz herrscht“, ausgewiesen. Dabei gebe es regionale Unterschiede, so der Sprecher.

Patrice Rückert empfindet die ausgewiesenen Flächen nicht als Einschränkung. Am Gleis 12/13 wartet die Berufsschülerin rauchend auf ihren Zug in den Odenwald. „Ich verstehe die Nichtraucher“, sagt sie, die den Qualm „unangenehm“ fänden. „Gut“ sei, dass man am Bahnsteig rauchen dürfe. Sie stelle sich bereitwillig in die gelb umrandete Zone.

Viele finden den Rauch nicht so toll“, sagt der Pendler Lars K., der ebenfalls an einer Zigarette zieht und wartet. Aus seiner Sicht sind die separaten Bereiche für Raucher am Bahnsteig ein Gewinn.

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