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Nahverkehr Geschäftsführer geschasst

Der Aufsichtsrat der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) stellt den Geschäftsführer Michael Budig von Dezember an frei. Dafür gibt es Gründe.

Michael Budig muss gehen.

Nach 17 Jahren bei der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) tritt Michael Budig zum 1. Dezember ab. Der Aufsichtsrat des Verkehrsunternehmens hat den langjährigen technischen Geschäftsführer mit kurzer Frist von seinen Aufgaben freigestellt. Die Entscheidung sei „in gegenseitigem Einvernehmen“ gefallen, teilte die VGF mit. Der 64-Jährige kam nach Stationen bei Verkehrsbetrieben in Hannover, Offenbach und Köln im Jahr 1999 zur VGF.

Entlassen ist Budig nicht. Sein Vertrag läuft bis März 2018. Dem Vernehmen nach wurde eine finanzielle Einigung erzielt. Über die Höhe der Abfindung oder die Dauer der Gehaltsfortzahlung ist nichts bekannt.

Ungenannt bleiben auch die Hintergründe der Personalentscheidung, zumindest in der offiziellen Verlautbarung. Die VGF habe sich unter Budig umstrukturiert, modernere Fahrzeuge erworben, lässt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) mitteilen, und weiter: „Zu den Verdiensten Budigs gehörten die Inbetriebnahme einer Reihe von Neubaustrecken, darunter die Erschließung des Riedbergs durch die neuen Linien U8 und U9 sowie die neuen Straßenbahnstrecken zum Frankfurter Bogen und in der Stresemannallee“ sowie „die Inbetriebnahme des neuen Betriebshofs Ost.“

Inoffiziell war schon länger klar, dass Budigs Stuhl wackelt. Vor allem der schleppende Bau der neuen Haltestellen auf der Eckenheimer Landstraße wurde ihm zur Last gelegt. Dort hatten sich die Arbeiten an den neuen Haltestellen Musterschule und Glauburgstraße sechs beziehungsweise neun Wochen über das Ende der Sommerferien hinaus verzögert. Ihren Zeitplan hielt die VGF nicht ein. Der VGF, die eine Tochter der Stadtwerke und damit der Stadt ist, entstehen dadurch Mehrkosten. Über deren Höhe ist noch nichts bekannt.

Bekannt wurde hingegen die verheerende Kritik von Stadtrat Oesterling an der lückenhaften Information über die Bauzeitverzögerung. In einer denkwürdigen Sitzung des Verkehrsausschusses im Spätsommer ließ sich Oesterling darüber aus, dass die VGF es versäumt hatte, ihn als Aufsichtsratsvorsitzenden und politische Spitze über die Probleme auf der Baustelle zu informieren. Oesterling erklärte, er habe bei einem privaten Baustellenrundgang selbst feststellen müssen, dass die Stationen unmöglich im Zeitplan fertig sein könnten. Der damit einhergehende Vertrauensverlust könnte Budig, zu dessen Aufgaben das Projekt zählte, zum Verhängnis geworden sein.

Der kaufmännische Geschäftsführer Thomas Raasch und Arbeitsdirektor Thomas Wissgott bleiben auf ihren Posten. Über eine Neubesetzung der Position des technischen Geschäftsführers ist nichts bekannt. Von 2002 bis 2013 hatte die VGF schon mal nur zwei Geschäftsführer, allerdings immer einen technischen. Weder Wissgott noch Raasch sind dafür ausgebildet.

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