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Nächtliches Tempolimit Frankfurt Leiser durch Tempo 30 bei Nacht

Wenn in Frankfurt nachts Tempo 30 gilt, ist es deutlich leiser. Dezernentin Heilig hält das nächtliche Tempolimit für eine geeignete Maßnahme im Rahmen des gültigen Lärmaktionsplans.

Nachts bitte langsam fahren. Foto: dpa

Das nächtliche Tempolimit auf vier Frankfurter Hauptstraßen hat den Lärm „deutlich gemindert“ und dient damit dem Schutz der Anwohner. Das sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) am Donnerstagabend im Stadtparlament. Die Geschwindigkeitsbeschränkung zwischen 22 und 6 Uhr sei „eine geeignete Maßnahme“ im Rahmen des gültigen Lärmaktionsplans.

Der Lärmaktionsplan des Regierungspräsidiums Darmstadt schlägt ein nächtliches Tempolimit auf Abschnitten von Hauptstraßen zur Lärmminderung vor. „Der Magistrat wird den Lärmaktionsplan konsequent umsetzen“, kündigte Heilig an. So steht das auch im Koalitionsvertrag. Der Abschlussbericht zum Modellversuch Tempo 30 bei Nacht werde in Kürze vom Magistrat vorgestellt, so Heilig.

Die bekannt gewordenen Zwischenergebnisse hatten gezeigt, dass sich der Lärm im Durchschnitt um drei Dezibel vermindert hatte. Das entspricht einer Halbierung der Verkehrsmenge. Die gefahrenen Höchstgeschwindigkeiten haben laut Heilig „signifikant“ abgenommen. Autofahrer hätten keine Ausweichrouten genommen. Anwohner hätten den Verkehrsversuch positiv bewertet. Der Versuch läuft seit 2015 und noch bis zum Jahresende.

Koalition uneins

Das Tempolimit gilt auf der Eschersheimer Straße, der Langen Straße, Mainkai/Untermainkai/Schöne Aussicht sowie Rothschild- und Nibelungenallee. Das Land hatte den Versuch genehmigt. Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hatte angekündigt, die Entscheidung über die Beibehaltung den Frankfurter Stadtverordneten zu überlassen.

Die Koalition ist allerdings uneins in dieser Frage. Martin Daum, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, betonte, dass der Lärmaktionsplan „nicht bindend“ vorschreibe, auf welchen Straßen Tempo 30 nachts gelten soll. Tempo 50 auf Hauptstraßen solle „die Regel“ bleiben.

Dem schloss sich Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) an, der betonte, dass in begründeten Fällen Ausnahmen möglich seien. „Im Zweifel geht die Gesundheit der Menschen vor“, sagte Eugen Emmerling, der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion. Annette Rinn (FDP) warb für Tempo 50 nachts bei verstärkten Kontrollen, Martin Kliehm (Linke) für Tempo 50 bei besseren Ampelschaltungen. Ursula auf der Heide (Grüne) verwies darauf, dass Lärm krank mache, das habe die Norah-Studie gezeigt. Die Stadt Wiesbaden habe deshalb gleich 25 Hauptstraßen für das nächtliche Tempolimit ausgewählt.

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