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Nachhaltigkeit Frankfurt ist vorne mit dabei

Die Stadt Frankfurt hält sich beim „Sustainable Cities Index“ weltweit in der Spitzengruppe und belegt den sechsten Platz. Spitzenreiter dieses Jahr: Zürich.

Das gibt Punkte: Niddastrand am umgebauten Wehr bei Nied. Foto: christoph boeckheler*

Früher war Darmstadt mal eine ganz sympathische Stadt. Aber jetzt übertreiben sie’s. Erst das 1:0 am Samstag gegen die Eintracht (zwei Bundesliga-Tabellenplätze runter) – und nun das: Im Städte-Wettbewerb um die „nachhaltigste Stadt der Welt“ hat eine Darmstädter Agentur Frankfurt um satte fünf Tabellenplätze herabgestuft.

Immerhin: Damit liegt Frankfurt immer noch auf Platz sechs von 100 bewerteten Städten. Im vorigen Jahr waren wir nämlich Weltmeister. Und in Deutschland liegen wir weiterhin ganz vorn – deutlich vor Hamburg, München und Berlin.

„Sustainable Cities Index“ heißt das Ranking, aufgestellt von der Planungs- und Beratungsgesellschaft Arcadis in Darmstadt. Da geht es um Nachhaltigkeit im Allgemeinen und besonders um Lebensqualität, Umweltfreundlich- und Wirtschaftlichkeit. Vielleicht würde in Rhein-Main kein Hahn nach dieser Studie krähen – wenn Frankfurt nicht im vorigen Jahr, wie gesagt, Weltmeister geworden wäre.

Dass die Stadt diesmal nicht ganz vorn landete, hat verschiedene Gründe, erklärt Arcadis-Sprecher Bertram Subtil. Erstens: Diesmal waren doppelt so viele Städte dabei wie im vorigen Jahr, darunter erstmals Zürich, Stockholm und Wien, die prompt vor Frankfurt landeten. Zweitens: „Wir haben einige Bewertungskriterien verändert“, sagt Subtil. So sei mehr Wert auf Lebensqualität gelegt worden und auf Kategorien wie Touristenzahlen, Konnektivität (etwa frei empfangbares WLAN in der Stadt) und die Beschäftigungsrate.

Die Energieeffizienz hingegen, die Luftreinhaltung und das Abfallmanagement, alles Frankfurter Pluspunkte, seien in einen anderen Subindex gerutscht. Resultat: siehe oben. Erstaunlich: Ausgerechnet in der Kategorie Wirtschaft („Profit“) landete Frankfurt nur auf dem 23. Platz.

Reaktion in der Stadt: kein Anflug von Gram. „Glückwunsch an Zürich, das diesmal auf Platz 1 steht!“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) zum Ausgang „Mit unserem Grüngürtel, der vorbildlichen Abfallpolitik und dem Masterplan „100 % Klimaschutz“ sind wir weiterhin führend in Deutschland.“

Das Spitzenfeld in Europa liege sehr eng beieinander; Frankfurt sei mit all diesen Städten partnerschaftlich verbunden. Heilig: „Wir verstehen uns nicht als Konkurrenten, sondern als Mitstreiter für lebendigere Städte und eine nachhaltige Welt.“ Entscheidend sei, wie die Bürgerinnen und Bürger diesen Wandel zur „Green City“ erlebten und selbst mitgestalteten. Da sei in den vergangenen Jahren in Frankfurt viel in Bewegung gekommen – und geblieben. Als sichtbare Zeichen für Nachhaltigkeit nennt die Stadträtin unter anderem die Klimagourmetwoche, das Bienen- und das Pier-F Festival; alles Veranstaltungen, die in nächster Zeit wieder die Frankfurter anlocken werden.

Die jährliche Darmstädter Studie in Kooperation mit dem Londoner Wirtschaftsforschungsinstitut Centre for Economics and Business Research sah insgesamt die europäischen Städte vor der Konkurrenz aus Amerika und Asien. „Die Städte in Deutschland sind in Bezug auf Umwelt- und Klimaschutz im globalen Vergleich vielen anderen Städten voraus“, betont Arcadis-Direktorin Birgit Detig. Sie böten überdurchschnittlich viele Grünflächen in der City und gute Anbindungen an das Umland – eine Beschreibung, die klingt, als wäre sie eigens für den Frankfurter Grüngürtel formuliert worden. Und als guter Rat im Zusammenhang mit aktuellen Wohnungsbauplänen.

Darmstadt taucht im Städteranking übrigens nicht auf. Vielleicht im nächsten Jahr.

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