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Musikausbildung Schüler werden zu Opernsängern

Auf der Bühne stehen - für 16 Jugendliche wird ihr Traum bald wahr. Im April startet eine Jugendopernschule am Frankfurter Konservatorium.

25.03.2015 16:02
Ferdinand Sander
Dr. Hoch's Konservatorium an der Sonnemannstraße. Foto: Rolf Oeser

Maya singt schon, so lange sie denken kann. Zu Hause, im Schulchor und auch als Solistin. „Eigentlich singe ich den ganzen Tag vor mich hin“, sagt die 13 Jahre alte Schülerin. Sie ist eine von 16 Kindern und Jugendlichen, die vom 1. April an die neu gegründete Ustinov Opera School in Dr. Hoch’s Konservatorium besuchen werden.

Das Konservatorium und die Peter-Ustinov-Stiftung haben die Opernschule gemeinsam ins Leben gerufen. Die Stiftung, die der Musikliebhaber Ustinov 1999 gegründet hat, bezahlt die Schulgebühren der jungen Sänger. Das sind mehrere Hundert Euro im Jahr. Außerdem finanziert die Stiftung die Unterrichtsstunden der Musiklehrer. Jeder talentierte Sänger zwischen zehn und 18 Jahren kann sich für die Stipendien bewerben. Damit soll „jedes Kind singen lernen können, das die Begabung dazu hat, egal wie viel Geld die Eltern haben“, sagt Mario Liepe, Direktor des Konservatoriums. Anfang März haben sich 22 Schüler und Schülerinnen mit einem einstudierten Lied der vierköpfigen Jury aus Musiklehrern gestellt.

Man wolle die Kinder nicht zu Höchstleistungen antreiben, sagt Liepe. Stattdessen sollten sie ihre Singstimme schulen und gemeinsam eine Oper einstudieren. Henry Purcells „Dido und Aeneas“ wollen sie im April nächsten Jahres aufführen. Bis dahin bekommen die Teilnehmer auch Einzelunterricht. Gabriele Zimmermann ist eine der vier Lehrkräfte, die die Schüler künftig unterrichten. „Jeder hat eine natürliche Singstimme“, sagt Zimmermann. Aber die müsse man formen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen müsse man dabei mit Bedacht vorgehen. „Ihre Stimmen sind noch nicht voll belastbar“, erläutert Zimmermann.

Je nachdem, wie alt die Kinder sind und wie gut sie ihre Stimme beherrschen, sei der Einzelunterricht kürzer oder länger. Die Lehrer beobachteten die Fortschritte ihrer Schüler sehr genau, sagt Zimmermann. Das hält auch Marie Korbél, Vorstandsvorsitzende der Peter-Ustinov-Stiftung, für wichtig. Man wolle das Potenzial jedes Einzelnen erkennen. Ziel sei nicht, alle 16 Kinder und Jugendlichen einmal auf die Opernbühne zu stellen.

Für Isabel wäre das allerdings nicht Neues. Die Zwölfjährige singt seit zwei Jahren im Kinderchor der Oper Frankfurt. In dieser Spielzeit sei sie in Giacomo Puccinis „La Bohème“ aufgetreten. Musik begleite sie tagein tagaus. „Ich singe bei fast allem, was ich mache, auch bei den Hausaufgaben.“ Meist könne sie sich dann sogar besser konzentrieren.

Die Opera School ist zunächst auf ein Jahr angelegt. Korbél sagt, man wolle das Förderprogramm dauerhaft einrichten

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