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Museumsplatz Eine spanische Treppe für Frankfurt

Am 20. Mai ist der neue Museumsplatz auf dem Römerberg fertig.

Historisches Museum
Die Sandstein-Skulpturen von antiken Gottheiten fügen sich in die Fassade des Historischen Museums ein. Foto: Christoph Boeckheler

Auf dem Römerberg wird am Dienstag gehämmert und geschraubt. Die Fassade des neuen Historischen Museums ist so gut wie fertig. In den zwölf Nischen auf der Südseite des Neubaus aus Sandstein stehen Skulpturen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Zuvor haben die Figuren Nutz- und Lustgärten der wohlhabenden Bürger Frankfurts verziert. Die Nordseite des Museums ist seit November bereits mit so genannten Spolien dekoriert, mit Fragmenten und Überresten von Hausfassaden der Frankfurter Altstadt.

Museumsdirektor Jan Gerchow freut sich sehr über den Meilenstein des Bauprojekts, das die Altstadt Frankfurt wieder erstehen lassen soll: „Wir haben uns im Jahr 2008 für den einzigartigen Entwurf des Architektenbüros Lederer Ragnarsdottir Oei entschieden, weil wir dort in den Nischen der Fassade Strukturen von historischen Gebäuden in einen Neubau mit moderner Architektursprache integrieren können.“ So sei bereits außerhalb des Museums sichtbar, wie in einem Museum gearbeitet wird: „Alte Teile werden zusammengesetzt, um etwas Neues zu bilden.“

Der neue Museumsplatz, der über eine Treppe vom Römerberg aus für alle Bürger zugänglich sein wird, sei von den Skulpturen stark geprägt, die sich auf der Bühne des neuen Stadtmuseums präsentieren können.

Wie die Fassade sind die Skulpturen aus Sandstein gefertigt. Nach ihrer aufwendigen Restaurierung und Befestigung lassen sie sich vier Gruppen nach ihrer Herkunft aus den unterschiedlichen Gärten gliedern, erklärt Wolfgang Cilleßen, Leiter der Sammlungen des Historischen Museums: „Wir haben die Skulpturen auch hinsichtlich ihrer Blickrichtung ausgerichtet.

Von der Treppe kommende Gäste werden von weiblichen Skulpturen des Frankfurter Bildhauers Cornelius Donett begrüßt, die die wissenschaftlichen Künsten darstellen.“ Die zwischen 1720 und 1760 entstandenen Figuren symbolisierten das Theater, die Bildhauerei, die Architektur und Himmelskunde. Sie stammen vermutlich aus einem privaten Rödelheimer Garten.

Anschließend folgen zwei einzelne Skulpturen, die Herkules aus dem Jahr 1630 und Flora aus dem Jahr 1697 darstellen, die Göttin der Blumen und des Frühlings. Die letzte Gruppe besteht schließlich aus zwei Vasen und vier Figuren, die ebenfalls von Donett angefertigt wurden und die antiken Gottheiten Minerva, Pluto, Juno und die Diana darstellen.

Auf die Befestigung der wertvollen Skulpturen haben die Verantwortlichen aus Sicherheitsgründen ein besonderes Augenmerk gelegt. Schließlich wird der neue Museumsplatz öffentlich zugänglich sein, wie der Projektleiter des Hochbauamtes, Jörg Winkler, erläutert: „Die Figuren sollten zwar freistehen, aber wir mussten sie dennoch gegen Vandalismus und Diebstahl sichern, sodass wir bei jeder Skulptur nicht sichtbar vier Carbonfaserstäbe im Fußbereich befestigt und anschließend verklebt haben.“

Eine besondere Funktion des neuen Museumsplatzes, unterstreicht auch Harald Heußer Fachbereichleiter Hochbauamt der Stadt Frankfurt: „Intern bezeichnen wir die neue Treppe gerne als Spanische Treppe“, sagt er. „Hier können die Touristen wie in Rom verweilen, obwohl die Treppe hier in Frankfurt natürlich deutlich kürzer ist.“

Für die richtige Atmosphäre auf dem Museumsplatz soll in der Nacht eine stimmungsvolle Beleuchtung der Skulpturen sorgen, die sowohl die Nische als auch das Gesicht der Figuren beleuchten wird.

Vom 20. Mai an können sich die Bürger ein eigenes Bild machen, wenn die Bauarbeiten auf dem Platz abgeschlossen sind. Ein kleiner Vorgeschmack auf die Neueröffnung des Historischen Museums, die für diesen Herbst angekündigt ist.

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