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Museum für Moderne Kunst Abschied mit Forderungen

Die scheidende Direktorin des Museums für Moderne Kunst wünscht sich einen Ankaufetat. Nachfolger Gorschlüter im Kulturausschuss vorgestellt.

Susanne Gaensheimer
Susanne Gaensheimer, scheidende Direktorin des MMK. Foto: Christoph Boeckheler

Es wurde sogar ein bisschen rührselig im Kulturausschuss. Susanne Gaensheimer, die Direktorin des Museums für Moderne Kunst, war in den Ausschuss gekommen, um sich nach knapp neun Jahren als Direktorin des Museums für Moderne Kunst (MMK) zu verabschieden. Sie habe das Museum und die Mitarbeiter in ihr Herz geschlossen und gehe „mit einem richtig weinenden Auge“, sagte Gaensheimer am Donnerstagabend. Das lachende Auge wird sie haben, weil sie in ihrer neuen Position als Künstlerische Leiterin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ab 1. September sicherlich mehr Geld zur Verfügung hat. Denn in Frankfurt hat sie in all den Jahren ohne einen Etat für den Einkauf neuer Werke auskommen müssen. Dies sei aber vor allem für ein Museum für zeitgenössische Kunst notwendig.

„Wenn wir keinen Einkaufsetat haben, existieren wir nicht“, betonte Gaensheimer. Kulturdezernentin Ina Hartwig unterstützt die Forderung und lieferte Zahlen. Noch Anfang der 90er Jahre hatte den städtischen Museen insgesamt ein Einkaufsetat von umgerechnet gut 1,7 Millionen Euro zur Verfügung gestanden. Bis 2003 war die Summe auf 50 000 Euro gesunken.

Gaensheimer hat sich in den vergangenen Jahren selbst geholfen. Unternehmen, Institutionen und private Förderer geben jährlich kleine Beträge die sich auf Summen zwischen 400 000 und 900 000 Euro summieren. Das Problem: Die Eigentumsrechte an den Werken bleiben unklar. Daher wünscht sich Gaensheimer quasi zum Abschied wenigstens eine Summe von etwa 300 000 Euro aus der öffentlichen Hand, „um uns ein bisschen Autonomie zu geben“.

Mit dem Problem des fehlenden Einkaufsetats muss sich nun zunächst Peter Gorschlüter befassen. Der derzeitige Personalchef und Kurator des MMK wird interimsweise die Nachfolge von Gaensheimer antreten und wurde im Ausschuss schon mal vorgestellt. Gaensheimer und Gorschlüter kennen und schätzen sich seit Jahren. Da wurde es dann kurz nochmal rührselig im Kulturausschuss.

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