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Museum für Kommunikation Viele Grüße, viel Erfolg

Beim Kids Day im Museum für Kommunikation machen Kinder ihr Morsediplom.

Funkamateure
Funker Klaus Nöll zeigt Adrian (r.) und seinem Bruder Benjamin, wie man morst. Foto: Renate Hoyer

Ein schmaler heller Raum, viele technische Geräte, zwischendurch ist ein Fiepsen oder Knacken zu hören: in der Funkstation auf dem Dach des Museums für Kommunikation (MfK) herrscht beim Kids Day Hochbetrieb. Unter fachkundiger Anleitung dürfen die jungen Besucher morsen und sich über Mikrofon mit anderen Amateurfunkern unterhalten.

Benjamin und sein Bruder Adrian haben zwar morgens am Esstisch schon mal das Morsen mit Fingerklopfen geübt. In der Funkstation aber steht ein echtes Morsegerät und die „Nachricht“ wird über eine Taste übermittelt, mit diesem typischen Morseton. Klaus Nöll erklärt den beiden das Morsealphabet – auch Morsecode genannt. Der Zeichensatz besteht aus drei Symbolen: kurz, lang, Pause. Bewirkt wird das durch zwei Signale, die per Taste übermittelt werden: Sender ein, Sender aus. Für jeden Buchstaben und jede Zahl gibt es eine festgelegte Anzahl von Symbolen.

Und dann geht es schon los mit dem Morsen des eigenen Vornamens. „Gar nicht so schwer“, sagt Benjamin und hält wenig später stolz sein Morsediplom in der Hand.

Seit 2001 findet zweimal im Jahr der Kids Day im MfK statt. Mitglieder des Deutschen Amateur-Radio-Clubs vermitteln den Kindern ehrenamtlich nicht nur Kenntnisse über netzunabhängige Text- und Sprachnachrichten, sondern lassen sie selbst aktiv werden. Jeder der Betreuer hat eine Funklizenz, die man für die Kommunikation über Funk besitzen muss. Für die zwei Termine macht die Bundesnetzagentur eine Ausnahme. So können sich auch die jungen Besucher mal als Amateurfunker probieren.

Drei Funkstationen stehen in dem Dachraum. Zwei funktionieren über Kurzwellen. Diese werden von der Erdatmosphäre reflektiert und ermöglichen eine Kommunikation rund um die Welt. Bei der dritten Station wird der Funk durch Ultrakurzwelle übermittelt, der durchstößt die Erdatmosphäre und ermöglicht den Kontakt zu Satelliten und sogar zur Internationalen Raumstation. „Wir haben hier die Funksprüche von Alexander Gerst mitverfolgt“, berichtet Klaus Nöll.

„Hallo, ich heiße Ivo, bin acht Jahre alt, wohne in Eppstein und meine Lieblingsfarbe ist blau, bitte kommen“. Ivo sitzt vor einem Funkgerät und unterhält sich unter der Anleitung von Herbert Raidl mit Amateurfunker Carlo. Neben dem eigenen Rufzeichen, das die Amateurfunker besitzen, wird neben dem Namen und dem Standort noch ein Rapportbericht gegeben, heißt: wie gut man den anderen verstehen kann.

Vom Kids Day nimmt Ivo ein paar weltweit gültige „Abkürzungen“ mit: 73 heißt „viele Grüße“, 55 bedeutet „viel Erfolg“ und 88 meint „Liebe und Küsse“.

Lotte (11) ist mit ihrem sechsjährigen Bruder Fritz und ihrer Mutter aus Bensheim gekommen. Klaus Nöll hat die Erklärungen kaum abgeschlossen, da hat Lotte schon ihren Namen gemorst und schickt den ihres Bruders gleich hinterher. „Die Mädchen sind im Morsen alle besser.“

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