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Museum für Kommunikation Die endlose Suche nach Kreativität

Das Museum für Kommunikation in Frankfurt eröffnet die Ausstellung „Why are you creative?“. Der Künstler Hermann Vaske hat Prominente und Wissenschaftler nach ihrem schöpferischen Antrieb befragt.

Ausstellung im Museum für Kommunikation
Yoko Ono: Ihre Antwort besteht nur aus einem einzigen Satz. Foto: Museum für Kommunikation/Hermann Vaske

Manchmal reicht ein Blick in den Sternenhimmel aus, um die Grundlage für ein Lebenswerk zu schaffen. „Why are you creative?“, also „Wieso bist du kreativ?“ fragte sich der Künstler Hermann Vaske 1988 bei einem Lagerfeuer in England. Seither befragt er Prominente aus Kunst, Kultur, Sport, Wissenschaft und Politik. Es ist eine Suche nach dem Antrieb einer schöpferischen Kraft, die ganz unterschiedliche Ursprünge haben kann. Geantwortet haben große Namen – von David Bowie, Ai Weiwei, Georg Bush bis zu Stephen Hawking und dem Dalai Lama. Teilweise in Form von Texten, als Bild oder auch mit Hilfe von Gegenständen.

Herausgekommen ist eine Sammlung mit mehr als 1000 Werken. Jedes eine kleine Offenbarung und Erkenntnis für sich. Zum 30-jährigen Bestehen des Projektes präsentiert das Museum für Kommunikation eine Auswahl von 300 Original-Zeichnungen. Die vielfältigen Werke können vom 02. August bis 04. November 2018 begutachtet werden. Zur Eröffnung der Ausstellung am heutigen Mittwoch um 19 Uhr wird auch Hermann Vaske vor Ort sein und mit Wolfgang Singer (Max-Planck-Institut für Hirnforschung) und Stephan Vogel (Präsident des Art Directors Club für Deutschland) das Projekt besprechen.

Manch eine Antwort erscheint simpel und einleuchtend – „Wieso zur Hölle nicht. Das Leben ist zu kurz“, antwortete beispielsweise der Designer David Carson. Bei dem chinesischen Künstler Ai Weiwei war keine Antwort eine Form der Antwort: Er strich die Frage einfach durch und ließ die Seite leer. Andere, wie Tony Kay, schritten zu Taten. Der Regisseur nahm ein Messer, schnitt sich ins Gesicht und beschmierte ein Blatt mit seinem Blut. Und für den Fotografen Anton Corbijn genügte lediglich ein Keks, um die Frage zu ergründen. Doch bei allen Befragten zeigt die Antwort eine Art der Selbtreflektion, wie bei dem ehemaligen US-Präsidenten George Bush Senior der zugab „Ich bin es vielleicht nicht – aber ich glaube.“

Die Sammlung soll auch als Motivation dienen, sich mit der eigenen Kreativität und Motivation auseinanderzusetzen. Denn „Kreativität ist in diesen unruhigen Zeiten wichtiger denn je. Deshalb ist die Ausstellung auch ein Credo für mehr Kreativität“, erklärt Vaske. Dabei ist es dem Künstler wichtig, dass der Fokus nicht nur auf unmittelbar erkennbaren kreativen Persönlichkeiten liegt: „Auch Wissenschaftler müssen beispielsweise kreativ sein, um in ihren Forschungen voran zu kommen“, betont Vaske. So antwortete der Physiker Stephen Hawking: „Um Wissenschaft zu machen, muss man kreativ sein, ansonsten wiederholt man alte Formeln. Man macht nichts Neues.“ Doch was treibt ihn selbst eigentlich an? Vaskes Antwort ist nüchtern wie präzise: „Die Neugier und Suche nach Überraschungen.“ Die Frage ist eine konstante in seinem Schaffen. Final beantwortet werden kann sie nicht, aber man kann sich ihr annähern. Vielleicht hilft am Ende ein Blick in den Sternenhimmel, um weitere Antworten zu finden.

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