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Museum der Weltkulturen Ämter räumen größeren Eingriff ein

Die Pläne für einen Neubau am Schaumainkai, für den zwei Dutzend Bäume fallen könnten, sorgen bei den Bürgern weiter für Empörung. Die Präsentation geriet für den Amtsvertreter zum Spießrutenlauffest, er musste sich zu jedem Baum einzeln erklären.

Die Bürger sorgen sich um den Baumbestand im Museumspark. Foto: FR/Schick

Werner Kühlbrandt gehört zu den Anführern einer Bürgerinitiative, die gegen die Pläne der Stadt zum Museum der Weltkulturen mobilisiert. Seit mehr als einem Monat sammeln die „Freunde des Museumsparks“ Unterschriften: Sie kritisieren, dass durch den unterirdischen Ausbau am Schaumainkai zu viele Bäume fallen und das Erscheinungsbild des darüber liegenden 140 Jahre alten Parks beschädigt wird.

Argumentativ haben sich Museums-Ausbau-Gegner und Fürsprecher im vor Weihnachten hochgeschaukelten Konflikt schon mehrfach ausgetauscht. Zuletzt vor einer Woche, als der Siegerentwurf des Berliner Architekten Wilfried Kühn im Messeturm vor mehr als 240 Interessierten vorgestellt wurde. Zur Präsentation am Freitag im Ortsbeirat 5 kamen rund 50 Zuhörer, die überwiegend kritisch nachhakten.

Dabei hatte es noch mit wohlmeinendem Applaus begonnen: Die grundsätzlichen Pläne des Baus, die Ulrich Kuhlendahl als Vertreter des Hochbauamtes vorstellte, gefielen. Etwa der gläserne Eingangsbereich, der „wie eine Vitrine“ wirkt und dabei nur eins von zwei oberirdisch sichtbaren Gebäuden darstellt. Der Rest des spektakulären Bauvorhabens, dass dem Museum der Weltkulturen deutlich mehr Ausstellungsfläche bieten soll, erfolgt unterirdisch: Bis zu zwei Etagen und damit etwa 14 Meter tief sollen die Werke zu besichtigen sein.

Noch ehe Klaus Hoppe vom Umweltamt auf die Baumsituation eingehen konnte, drehte sich die Stimmung. BI-Aktivist Werner Kühlbrandt hatte zum Laserpointer gegriffen. Während das grüne Licht über die städtischen Pläne wanderte, erhob er schwere Vorwürfe wegen der Auswirkungen auf den Park. Dass Baumfällungen bislang nur „unterschwellig erwähnt“ wurden, sei eine „Beschönigung der Tatsachen“.

Nur noch Rasen

Klaus Hoppe vom Umweltamt ging daraufhin Kastanie für Kastanie, Ahorn für Ahorn und Ginkgo für Ginkgo den Park durch. BI-Vertreter Kühlbrandt fühlte sich bestätigt, denn wiederholt musste Hoppe drohende Fällungen einräumen. „Die Pinie…kommt weg. Die Magnolie…muss fallen. Die Rosskastanie… ist ein bisschen kitzelig“, formulierte Hoppe. „Das sind doch schon mehr als 25 Bäume“, empörte sich ein Mann. Ein anderer: „Wenn es so kommt, wie Sie planen, dann bleibt da nur noch Rasen.“

Klaus Wichert, Leiter des Umweltamtes, räumte ein, dass es sich um einen größeren „Eingriff“ handele, aber auch einige Bäume erhalten blieben. Zudem dürfe man nicht übertreiben: Der Park sei nie als solcher geplant gewesen. Den Gegnern egal, sie stellten gar Fragen nach dem Sinn des vor zwei Jahren beschlossenen Erweiterungsbaus. Über dessen Kosten machte Ann Anders vom Kulturdezernat keine Angaben.

„Wir müssen die Vorbehalte ernst nehmen“, versprach Ortsbeirätin Petra Gerland (SPD) am Ende der Diskussion. Derweil deutete Ursula auf der Heide (Grüne) an, dass sie sich – im Falle einer „vernünftigen Entscheidungsgrundlage“ – eine Zustimmung zu den Plänen vorstellen könne.

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