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Museum der Romantik Neben dem Goethehaus wird Hort versteckter Schätze gebaut

Frankfurt soll ein neues Museum für die Frankfurter Romantik bekommen. Dort sollen nicht nur Briefe und Manuskripte großer Dichter ausgestellt werden, sondern auch Dinge aus deren Alltagsleben.

Loreley stammt von hier, erdacht von Clemens Brentano.

Im Großen Hirschgraben, wo 1749 Goethe geboren wurde, da liegt „ein Schatz“, hat Frankfurts Kulturamtsleiterin Carolina Romahn kürzlich verkündet – „ein Schatz von nationaler und internationaler Bedeutung“. „Hier ist der Kern der Frankfurter Kultur“, sagte die Literaturwissenschaftlerin bei einer Veranstaltung im Goethe-Museum. Es ging um noch ein Frankfurter Museum, das für die Frankfurter Romantik. Romahn: „Es wird Zeit.“

Denn schon der legendäre Goethehaus-Direktor Ernst Beutler, der 1960 gestorben ist, hatte versucht, diesen Schatz der deutschen Kulturgeschichte, die Nachlässe der La Roche und Brentanos, der Günderrode, von Savigny und von Arnim, zu heben: „Seit 1927 habe ich im Zusammenhang mit dem Goethe-Museum in diesem Sinne gesammelt …“ schrieb der Direktor des Freien Deutschen Hochstifts am Weihnachtsabend 1939 an den Nazi-Oberbürgermeister Friedrich Krebs. Da war das Land schon im Krieg – und dieser zerstörte dann auch das Haus zum Goldenen Kopf in der Großen Sandgasse, das als Stammhaus der Dichter-Familie Brentano der ausgesuchte Sitz für das Museum gewesen war.

Schritte von Goethes Geburtshaus entfernt

So scheiterte Beutlers Plan, „das Museum der Romantik schlechthin“ in Frankfurt zu gründen. Erst seit kurzem lebt die Idee wieder auf, denn am Großen Hirschgraben ist plötzlich ein Platz frei. „Ich empfinde eine historische Verpflichtung“, sagte die heutige Hochstift-Direktorin Anne Bohnenkamp-Renken bei der Veranstaltung des Kuratoriums Kulturelles Frankfurt kürzlich im Goethe-Museum. Das Grundstück des leeren früheren Buchhändlerhauses, nur in Schrittweite entfernt von der Goethestätte und am gleichen Hof gelegen, ist „zur Neubebauung vorgesehen“, 2013 soll das Gebäude fallen.

Das Kulturdezernat plant an der Stelle ein Haus der Verlage, in dem auch Vereine und die „sehr vitale freie Literaturszene“ Räume bekommen sollen. Der Neubau für die Romantiker sollte sich gegenüber, so die Ideenskizze des Hochstifts, an die alten Mauern von Goethes Garten schmiegen. Direktorin Bohnenkamp glaubt sogar, dabei müsse man „den Garten nicht antasten“. Das Publikum wünschte aber, das Projekt „Goethe-Höfe“ möge man nicht ohne Architekten-Wettbewerb starten.

Geldgeber gibt es schon

„Eine sinnliche Präsenz“ wünscht sich die Direktorin für den geplanten Auftritt der Romantiker; neben all den Manuskripten, Briefen und Gemälden will sie die Geschichte anhand von Möbeln und Alltagsgegenständen vorstellen. Bettine von Arnims Handtasche mit doppeltem Boden ist da nur ein kleiner Teil: Darin hatte die reisende und viel produzierende Schriftstellerin ihre Schreibutensilien dabei.

„Ein Museum der Romantik zu errichten“, sagte Carolina Romahn, „ist kein unbescheidenes Anliegen.“ Um Geldgeber ist ihr nicht bange, brachte sie zum Ausdruck. Was der öffentlichen Hand fehle, werde „sicher die Bürgerschaft finanzieren“. Signale „aus der Wirtschaft“ gebe es schon.

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