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Museum Angewandte Kunst In Rekordgeschwindigkeit fertig

Alles neu – noch vor dem Mai: Das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt feiert nach einem Umbau in Rekordzeit seine Wiedereröffnung. Am Samstag bietet es „Speed Date“-Führungen zu allen vier neuen Ausstellungen an.

Dezente Eleganz trägt einen neuen Namen: „museumangewandtekunst“. Foto: Christoph Boeckheler

Auch die Alarmanlage funktioniert schon, davon konnte man sich auf der Pressekonferenz zur Wiedereröffnung des Museums für Angewandte Kunst – nein: des Museums Angewandte Kunst überzeugen. Das „für“ ist dem Haus in fünf Monaten Schließung abhandengekommen, der Einfachheit wegen, dazu der Kritzel-Schriftzug, der Rätsel aufgab. In dezenter Eleganz steht nun überall nur noch „museumangewandtekunst“, das Wort „museum“ ist schlanker gedruckt als der Rest. Einmal mehr beschwor Direktor Matthias Wagner K den „Möglichkeitsraum“, der sich am Mainufer nun auftun soll.

Am 2. Dezember letzten Jahres, so rekapitulierte Wagner K, habe man begonnen, den großen weißen Richard-Maier-Bau auszuräumen. Nachträglich eingebaute Wände wurden herausgerissen, verklebte Fenster wieder befreit. Am 7. März präsentierte sich ein „Empty House“ der Frankfurter Öffentlichkeit. Danach wurde in Rekordgeschwindigkeit eingerichtet.

Am Mittwochmorgen tummelten sich noch mehr Handwerker als Journalisten dort. Der Eingangsbereich mit nagelneuem Museumsshop ist noch nicht fertig, soll es aber am Freitagabend zur offiziellen Eröffnung sein. Das nagelneue Bistro – betreiben wird es Moloko-Mitbegründer Tomasz Palenicek – im zweiten Stock ist noch nicht fertig, soll es aber ebenfalls am Freitagabend sein. Man kann es sich kaum vorstellen, so viele Platten und Teile sind noch unverschraubt, aber andererseits haben die Museumsmitarbeiter und Bau-Beteiligten schon jetzt ein kleines Wunder vollbracht. Nur eine Zahl: mehr als 1000 Deckenlampen wurden auf LED-Technik umgestellt.

Der anstrengende Umbau geschah nicht aus Jux und Tollerei: Die Sichtachsen im Gebäude und Blicke nach draußen sollen für die Museumsbesucher wieder wahrnehmbar sein – auch wenn viele Ausstellungsstücke vor starker Lichteinwirkung geschützt werden müssen.

Wie das aussehen kann, das zeigen zwei der insgesamt vier Ausstellungen, mit denen das Haus jetzt mit einem Paukenschlag beginnt. Die empfindlichen japanischen Holzschnitte des Ukiyoe sind in einer Raum-im-Raum-Architektur untergebracht – außen verweist ein Puzzle aus Ausschnittvergrößerungen auf das Innen, wo im Dämmerlicht die Originale hängen. Und die sicher spektakulärste der vier Schauen stellt das Jahr 1607 in den Mittelpunkt und zeigt die rund 200 kostbaren Objekte in einem angedeuteten Schiffsbauch.

Die anderen beiden Ausstellungen gehören der nahen Vergangenheit und Gegenwart: Ein „Frankfurter Zimmer“ eröffnet im Erdgeschoss eine Reihe zu Design aus Frankfurt, im ersten Stock widmen sich mehrere große Säle der „Korea Power“. Wer genau guckt: Auf dem Cover eines koreanischen Comics über Deutschland fährt der Ebbelwei-Express.

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