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Museen in Frankfurt Historisches Museum setzt auf Inklusion

Die in der UN-Behindertenrechtskonvention geforderte Inklusion soll im Historischen Museum in Frankfurt Wirklichkeit werden. In einem eintägigen Workshop entwickeln die Mitarbeiter erste Ideen, wie das aussehen könnte.

Der Rohbau des Historischen Museums auf dem Römerberg in Frankfurt. (Archivbild) Foto: peter-juelich.com

Der Neubau ist die Chance – auch für einen konzeptionellen Neubeginn. Die in der UN-Behindertenrechtskonvention geforderte Inklusion, also die Teilhabe behinderter Menschen in allen Bereichen, soll im Historischen Museum Wirklichkeit werden. In einem eintägigen Workshop hätten die Mitarbeiter erste Ideen, wie das aussehen könnte, entwickelt, sagte Anne Gemeinhardt vom Museum am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.

Das seien zum einen relativ einfache Überlegungen gewesen – etwa dass die Vitrinen so gebaut sein müssten, dass man sich ihnen mit dem Rollstuhl nähern könne, viele zusätzliche Sitzgelegenheiten und eine „kontrastreiche Gestaltung“ der Räume. Eine einfache Orientierung komme allen Besuchern zugute. Für Blinde soll es taktile Hilfen geben und eine Zusammenstellung jener Exponate, die ihre Aussagekraft behalten, auch wenn man sie nicht sehen kann. Auch gibt es so etwas wie „Übersetzungsbedarf“: Zu einem wertvollen Globus aus dem 16. Jahrhundert, der nicht berührt werden darf, soll sich ein besonders plastisch gestaltetes Ebenbild zum Anfassen in doppelter Größe gesellen. Der Hafen der Staufer, der während der Bauarbeiten entdeckt wurde, soll ebenfalls in Form eines Tastmodells abgebildet werden.

Noch ist vieles vage und abstrakt. Etwa die „Literatur in einfacher Sprache“, die von Hauke Hückstädt vom Literaturhaus vorgestellt wurde. Eine Werkstatt ist geplant, in der Regeln für einen leicht verständlichen Sprachgebrauch entwickelt werden sollen. Die Autoren sollen Geschichte über die im Museum gezeigten Episoden und Exponate erzählen – das könne zum Beispiel der Wäldchestag sein oder aber auch die B-Ebene, sagte Hückstädt.

Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) und die Frankfurter Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) unterzeichneten eine Zielvereinbarung, wonach Stadt und Land eine barrierefreie Stadt schaffen und dafür in den nächsten beiden Jahren knapp 300 000 Euro in die Hand nehmen werden. Das inklusive Museum soll erst ein Anfang sein. Noch sei ungewiss, was alles funktionieren werde, so Grüttner, „aber wir machen uns auf den Weg“.

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