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Mondfinsternis in Frankfurt Blutmond über Frankfurt

Hunderte Frankfurter verfolgen auf dem Hausberg der Stadt die totale Mondfinsternis. Sie müssen Geduld aufbringen. Der Blutmond lässt auf sich warten.

Mondfinsternis in Frankfurt
Spät zeigt sich der „Blutmond“. Aber er zeigt sich. Wie hier neben dem Main-Plaza in Sachsenhausen. Foto: Rolf Oeser

Auf dem Lohrberg ist die Hölle los. Tout le mond (!) hat sich zu Frankfurts Hausberg aufgemacht, um die tollste Mondfinsternis des Jahrhunderts zu bestaunen. Ein Jahrhundertereignis im Minutenprotokoll.

Sonntag, 22. Juli, ca. 16 Uhr: Die Lohrbergschänke vermeldet ausgebucht. Alle 400 Plätze sind reserviert.

Freitag, 27. Juli, 15.30 Uhr: Der Autor ruft in der Lohrbergschänke an und fragt, ob noch Platz ist.

20.49 Uhr: Für die Autofahrer im Berger Weg ist Schritttempo angesagt. Weite Teile der Seckbacher Felder sind bereits zugeparkt.

20.54 Uhr: Die Schlange vor dem Ausschank der Lohrbergschänke wird länger und länger. Zu einem echten Blutmond gehört allem Anschein nach ein kühler Apfelwein.

20.56 Uhr: Noch sind die Blicke gen Boden gerichtet. „Der Rasen hier sieht aus wie bei mir zu Hause“, bemerkt ein Fußgänger.

20.59 Uhr: Erinnerungen an Woodstock werden wach, doch es sind deutlich mehr Stative zu sehen.

21.08 Uhr: Offizieller Mondaufgang in Frankfurt, aber er ist nicht zu sehen. Über dem Odenwald ist es ein bisschen diesig.

21.15 Uhr: Das größte Objektiv hat Ingolf Seggert. „Habe ich erst vor ein paar Tagen gekauft. Ich dachte, es ist ein guter Zeitpunkt, es auszuprobieren.“ Ausgerichtet ist es auch schon. Wohin, das hat Seggert die App „Sterne 3D“ verraten.

21.20 Uhr: Drei junge Damen sitzen auf einer Mauer, von der garantiert nichts zu sehen ist, weil Bäume davor stehen. Ihr Enthusiasmus hält sich auch in Grenzen. „Wir sind ganz spontan aus Bad Vilbel gekommen, dass hier so viel los ist, hätten wir nicht gedacht.“

21.30 Uhr: Die Totalität des Mondes soll beginnen, doch der Trabant lässt auf sich warten.

21.33 Uhr: Ein junger Familienvater müht sich mit einem stattlichen Teleskop ab. „Wir probieren nur“, wehrt er ab und resigniert kurz darauf: „Wir lassen das Ding hier stehen und gehen nach Hause.“

21.45 Uhr: Die Vorstellung hat immer noch nicht begonnen, das Publikum bleibt geduldig.

21.46 Uhr: Gegrillt wird auf dem Lohberg auch nicht – Grüße ins Grünflächenamt!

21.50 Uhr: Die drei Damen aus Bad Vilbel sind mit ihren Smartphones beschäftigt. „Es soll wohl eine Stunde später los gehen“, meint eine von ihnen. Klingt nach einem Rockkonzert. Im Stau stehen wird der Herr Mond ja wohl nicht.

21.55 Uhr: Der Mond gibt sich die Ehre. Ein schwacher rötlicher Punkt wie ein Wölkchen im Abendrot. Ein paar „Ahs“ sind zu vernehmen aber auch ein „das hätte ich mir imposanter vorgestellt.“

22.12 Uhr: Der Mond ist jetzt in der Dunkelheit besser zu sehen, aber mancher in der Menge sucht ihn immer noch. Wo ist eigentlich seine Totalität, der Mars? Sollte der nicht auch zu erkennen sein? Mit bloßem Auge nicht zu sehen.

22.22 Uhr: Das Maximum der Mondfinsternis ist erreicht. Die ersten Besucher verlassen den Lohrberg.

22.40 Uhr: Die nächste Mondfinsternis ist weit, doch der Redaktionsschluss naht.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Mondfinsternis

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