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„Mohren-Apotheke“ CDU greift Ausländervertretung nach Rassismus-Vorwurf an

Die Kommunale Ausländervertretung hält die Bezeichnung „Mohren-Apotheke“ für rassistisch. Dafür hagelt es nun scharfe Kritik von der Frankfurter CDU.

Mohren-Apotheke
Eine rassistische Bezeichnung? Mohren-Apotheke in Frankfurt. Foto: Christoph Boeckheler

Die Frankfurter CDU hat die Kommunale Ausländervertretung (KAV) mit scharfen Worten für ihren Vorschlag kritisiert, die Eschersheimer „Mohren-Apotheke“ und die „Zeil-Apotheke zum Mohren“ nahe der Konstablerwache umzubenennen, weil der Ausdruck „Mohr“ einen rassistischen Hintergrund habe. „Die KAV wäre gut beraten, sich mit Themen zu befassen, die im Alltag tatsächlich von Bedeutung sind“, sagte Thomas Kirchner, integrationspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Römer. Dass die KAV anscheinend gerade dieses Thema für besonders brennend halte, sei „einfach bizarr“, so Kirchner. Die KAV thematisiere ein Problem, das „in der Frankfurter Bevölkerung überhaupt kein Thema ist“.

Die KAV hatte die Stadtverordnetenversammlung vor knapp zwei Wochen aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass rassistische Bezeichnungen und Logos „aus dem Stadtbild Frankfurts verschwinden“. Als konkrete Beispiele hatte die KAV die beiden Apotheken in Frankfurt genannt, die das Wort „Mohr“ im Namen tragen. Die Betreiber der Apotheken hatten der Frankfurter Rundschau dazu gesagt, man sehe zu einer Umbenennung keinen Anlass, sie sei zudem aufwendig und teuer. Die Eschersheimer Mohren-Apotheke hatte allerdings ihr ebenfalls kritisiertes Logo eines stilisierten schwarzen Kopfes mit dicken Lippen, Ohrringen und Turban von ihrer Homepage entfernt.

Für die CDU steht dagegen fest, dass der Begriff „Mohr“ zwar ambivalent, aber nicht eindeutig rassistisch sei. In Deutschland gebe es viele alte Mohren-Apotheken, der teils seit dem Mittelalter gebräuchliche Name lasse sich „höchstwahrscheinlich zurückführen auf den kulturellen Austausch mit der maurischen Bevölkerung“, so der CDU-Stadtverordnete Kirchner. Der Begriff stehe also im Grunde eher „für die medizinische Überlegenheit der Mauren gegenüber den Mitteleuropäern“ und mithin „gerade für das Gegenteil von Rassismus“.

Kirchner kritisierte die KAV zudem dafür, dass sie vor ihrer Initiative nicht mit den Betreibern der beiden Apotheken gesprochen hatte. Zu diesem Vorwurf hatte Virginia Wangare Greiner von der KAV der FR gesagt, Gespräche mit Betroffenen seien „im parlamentarischen Betrieb nicht üblich“.

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