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Modekette Primark Primark eröffnet am Valentinstag auf der Zeil

Extrem billig und extrem viel: Am heutigen Donnerstag eröffnet auf der Zeil die zweite Frankfurter Filiale des Textildiscounters Primark. Zur großen Freude der einen, zum heftigen Missfallen der anderen. Denn das Erfolgsunternehmen ist keinesfalls unumstritten.

13.02.2013 20:14
Von Antonia Troschke
Der irische Textildiscounter Primark hat gut 250 Niederlassungen. Am Donnerstag eröffnet die zweite Filiale in Frankfurt. Foto: Reuters

Extrem billig und extrem viel: Am heutigen Donnerstag eröffnet auf der Zeil die zweite Frankfurter Filiale des Textildiscounters Primark. Zur großen Freude der einen, zum heftigen Missfallen der anderen. Denn das Erfolgsunternehmen ist keinesfalls unumstritten.

Das T-Shirt gibt es für drei Euro, die Jeans unter zehn. Paradiesische Preise zum Mitnehmen. Wem H&M und Zara noch zu teuer ist, wird sich hier nicht sattkaufen können: bei Primark, dem Modephänomen aus Irland. Denn im Gegensatz zu Discountern wie Kik oder Takko bekommen die Kunden sehr modische Kleidung. Morgen um 11 Uhr eröffnet die zweite Filiale in Frankfurt. Und diesmal nicht so weit außerhalb wie im Nordwestzentrum, sondern mitten in der Innenstadt. In der Zeil 94 nämlich.

1969 begann der erste Primark Store unter dem Namen Penneys in Irlands Hauptstadt Dublin. Momentan gibt es gut 250 Niederlassungen. Viele weitere sind in Planung. Zur großen Freude der einen, zum heftigen Missfallen der anderen. Denn das Erfolgsunternehmen ist keinesfalls unumstritten.

Gerade die Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern werden immer wieder kritisiert. In seinem Verhaltenskodex spricht sich das Unternehmen eindeutig gegen Kinderarbeit aus. Noch im Frühjahr 2012 aber machte Primark ganz andere Schlagzeilen. Damals hatten die Organisationen „Centre for Research on Multinational Corporations“ und „India Committee of the Netherlands“ die Studie „Made in India“ vorgelegt. Danach soll beim Zulieferer KPR Mill der Anteil der dort arbeitenden Kinder unter 14 Jahren rund zehn Prozent der Belegschaft betragen. Rund 65 Prozent der Beschäftigten sollen jünger als 18 Jahre sein. Sieben-Tage-Wochen, Überstunden und Misshandlungen durch Aufseher seien gängige Praxis.

Konzern setzt auf Mund-zu-Mund-Propaganda

Primark spricht auf der eigenen Homepage gerne vom Grundsatz der Chancengleichheit seiner Arbeiter. Laut eigenen Aussagen gibt es bei Primark keine Barrieren für das Vorankommen. Wer „eine aussichtsreiche Karriere voller Herausforderungen genießen“ will, müsse nur „die richtige Haltung und Fähigkeiten entwickeln“. Einen expliziten Hinweis darauf, wie viele Näherinnen aus Bangladesch oder Indien es bis zum Filial-Manager in der Londoner Oxford Street geschafft haben, findet man auf der Homepage allerdings nicht.

Laut Primark gibt es drei wesentliche Gründe, wieso die Kleidung zu so günstigen Preisen angeboten werden kann: zum einen, weil der Konzern lieber auf Mund-zu-Mund-Propaganda setzt als auf teure Werbung. Zum anderen, weil in riesigen Massen produziert wird, und zuletzt, weil die Betriebskosten „niedrig“ gehalten werden. Zu Betriebskosten zählen in der Regel neben Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen auch die Personalausgaben.

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