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Mietspiegel Frankfurt Ringen um den Mietspiegel

Im Auftrag der Stadt rufen in den kommenden Tagen Mitarbeiter eines Darmstädter Instituts bei Frankfurter Hausbesitzern und Mietern an. Sie erheben Daten für den neuen Frankfurter Mietspiegel. Gegen den alten regte sich heftiger Protest.

Das Ostend gehört zu den Frankfurter Stadtvierteln, die immer feiner werden. Dort steigen damit auch die Mieten. Foto: Andreas Arnold

Von diesem Wochenende an lässt die Stadt bei etwa 18.000 Haushalten anrufen – oder schickt gleich jemanden persönlich vorbei: Die Daten-Erhebung für den neuen Frankfurter Mietspiegel beginnt. Bis zum Jahresende, so Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne), soll das umfangreiche Zahlenwerk vorliegen. Es ist umstritten und umkämpft wie kein zweites in der Stadt: Denn es regelt die ortsübliche Vergleichsmiete in Frankfurt.

Heftige Proteste von Bürgern und Mietervereinen hatten die schwarz-grüne Römer-Koalition Ende 2012 gezwungen, schneller als geplant das Verfahren für einen neuen Mietspiegel einzuleiten. Der derzeit gültige erlaubt nämlich Mietzuschläge zwischen 1,29 Euro und 1,94 Euro pro Quadratmeter in innenstadtnahen Quartieren. Niemals zuvor hatte es solche Auseinandersetzungen gegeben.

Jetzt hat die Stadt das private Unternehmen ausgewechselt, das den Mietspiegel erstellt. Das Bochumer Institut Inwis, das die so heftig kritisierte Lagen-Einteilung vorgenommen hatte, wurde durch das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) aus Darmstadt ersetzt. Es war zuvor über Jahrzehnte für den Mietspiegel zuständig.

Auswahl per Zufallsprinzip

„Weg mit den Zuschlagszonen!“, fordert Jürgen Lutz vom Verein „Mieter helfen Mietern“. Das ist die wichtigste Forderung aller Frankfurter Mietervereine. Auch Anette Mönich von der Initiative „Zukunft Bockenheim“ verlangt: „Die Zuschläge müssen abgeschafft werden.“

Bürgermeister und Planungsdezernent Cunitz appelliert an alle 18.000 per Zufallsstichprobe ausgewählten Haushalte und Hausbesitzer, an der Befragung teilzunehmen. „Nur wenn wir eine ausreichend große Datenmenge erheben können, wird es uns gelingen, einen aussagekräftigen Mietspiegel zu erstellen.“

Die Teilnahme an der Befragung ist freiwillig. Mieter und Vermieter, die zustimmen, werden in einem ausführlichen Interview schriftlich befragt. Am Ende müssen etwa 3500 solcher Interviews vorliegen, damit der Mietspiegel erstellt werden kann.

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