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Mieten ABG Frankfurt Mieterhöhung nicht nachvollziehbar

Conny Petzold gehört zur Initiative „Eine Stadt für alle“. Ihr ist es schleierhaft, warum die ABG Frankfurt Holding trotz saftigem Überschuss die Mieten weiter erhöht.

Die Initiative „Eine Stadt für alle – wem gehört die ABG?“ protestiert gegen die Mieterhöhung - und gegen die nachträgliche Verdichtung in der Plattensiedlung in Ginnheim. Foto: Andreas Arnold (Archiv)

Conny Petzold kennt die Zahlen, und sie nutzt sie für ihre Argumentation. 65 Millionen Euro Überschuss habe die ABG im Jahr 2013 erwirtschaftet. 60 Millionen Euro brauche die Gesellschaft, um Wohnungen instand zu halten und neue zu bauen. Bleiben fünf Millionen Euro. „Wieso“, fragt Petzold, „soll es da nicht möglich sein, die Mieten einzufrieren?“ Dadurch entgingen der ABG drei Millionen Euro pro Jahr. Auch diese Zahl hat sich die 28-Jährige nicht ausgedacht. Sie stammt von Frank Junker, dem Geschäftsführer der ABG.

Petzold gehört zur Initiative „Eine Stadt für alle – wem gehört die ABG?“, die dieser Tage Schlagzeilen macht. Am Samstag waren Mitglieder beim Mieterfest in Ginnheim auf die Bühne gestiegen und hatten protestiert. Gegen die Mieterhöhungen. Und gegen die Pläne für eine nachträgliche Verdichtung in der Platensiedlung. Dem ABG-Chef wollten sie ein selbstgebasteltes „Häuschen aus Betongold“ überreichen, doch Junker nahm die Trophäe nicht an.

Petzold fand das schwach: „Junker stiehlt sich aus der Verantwortung.“ Und dass Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der ABG ist, schließlich die Preisrede mit den Forderungen der Demonstranten vortrug, habe die Situation auch nicht gerettet. „Unsere Rede war für die Verantwortlichen der ABG gedacht, sie kritisieren wir“, sagt Petzold.

Junker hatte nach der Aktion deutliche Worte für seine Kritiker gefunden. Im Gespräch mit der FR bezeichnete er die Forderungen als „absurd“, eine Auseinandersetzung mit der Initiative sei weder nötig noch sinnvoll. Petzold hat das zur Kenntnis genommen. Sie hat auch gelesen, dass Junker nicht versteht, wie man gegen eine Mieterhöhung von 60 Cent pro Quadratmeter protestieren könne. Petzold hält diese Aussage für arrogant. „Bei einer 50-Quadratmeter-Wohnung reden wir hier von 30 Euro mehr im Monat – für viele Menschen in Ginnheim ist das viel Geld.“

Doch der Initiative geht es nicht nur um Mietsteigerungen in einzelnen Vierteln. Ihr geht es darum, das Wohnen „demokratisch und selbstverwaltet zu organisieren“. Dafür müsse die ABG aufhören, sich wie ein privates Unternehmen zu verhalten, und ihrem sozialen Auftrag gerecht werden. Ein Anfang wären Räume für das „Project Shelter“ und ein Haus für Roma auf dem Campus Bockenheim.

Heute Nachmittag werden Junker und Feldmann die Zahlen der ABG für das vergangene Jahr veröffentlichen. Conny Petzold wird die Berichterstattung aufmerksam verfolgen.

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