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Menschen in Frankfurt Tauben-Schützerin in Frankfurt geehrt

Die Tierschützerin Gudrun Stürmer erhält die Bürgermedaille der Stadt Frankfurt. Sie setzt sich für Tiere ein, die scheinbar niemand mag.

Gudrun Stürmer
Gudrun Stürmer und ihr Ehemann bei der Ehrung. Foto: Christopf Boeckheler

Es liegt nicht direkt auf der Hand, dass eine Frau, die sich seit 35 Jahren um Tauben kümmert, von sich sagt: „Ich bin ein Katzenmensch.“ Andererseits: Bei Gudrun Stürmer wundert man sich ohnehin über nichts mehr. Staunen darf man freilich – anerkennend staunen. Die Stadt hat daraus die logische Konsequenz gezogen und der 63-jährigen Frankfurterin am Dienstag die Bürgermedaille verliehen.

„Sie helfen ganz unkonventionell“, lobt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) als Laudatorin. „Sie haben enorm viel für den Tierschutz, aber auch für die Sauberkeit in der Stadt getan“, sagt Parlamentsvorsteher Stephan Siegler (CDU). Die Medaille gibt es für vorbildliches Engagement, und sie wird nur höchstens fünf Mal im Jahr verliehen. 

Es fing halt mit Katzen an. Über Friedhofskater Paul schrieb sie sogar ein (noch unveröffentlichtes) Buch. Dann fand sie eine blutende Taube in einer Ecke des Hauptbahnhofs. Konnte das Tier nicht seinem Schicksal überlassen. Was nun? „Nun hatten wir fünf Katzen und eine Taube.“

„Gottgegeben penetrant“

Und eine Erkenntnis: Tauben sind stigmatisiert. Daraus wuchs der hartnäckige Kampf für ein Tier, das viele eklig finden und manche täglich füttern – beides wider die Vernunft. Gudrun Stürmer gründete einen Verein, schuf Taubenhäuser in der Stadt, in denen die Tiere sicher sind, eröffnete eine Auffangstation für verletzte oder kranke Tauben und einen Gnadenhof in Oberrad. Ein Politiker habe ihr mal gesagt, sie verfüge über eine „gottgegebene Penetranz“, erzählt sie. Und sie glaubt: „Für viele bin ich bestimmt eine komische Figur.“ Weil sie für Mitgefühl gegenüber einem Tier eintritt, das scheinbar niemand mag. 

Stürmer, gelernte Versicherungskauffrau, ist inzwischen Rentnerin. Sie kümmert sich unter einfachsten Umständen um Hunderte gestrandete Tauben und nimmt fast pausenlos Notrufe entgegen. Wenn sie sich etwas wünschen dürfte? Dass Argumente die Oberhand gewännen über Antipathien, sagt sie mit fester Stimme in freier Rede im Römer. Die Gäste applaudieren lang. 

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