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Medico International „Leuchtturm gegen die Globalisierung“

Medico International eröffnet mit einem Fest sein neues Domizil am Osthafen und freut sich über gute Nachbarn.

Medico-Sommerfest im Osthafen
Wenn Feiern mit Informationen kombiniert ist, geht es meist um eine gute Sache: Medico-Sommerfest im Osthafen. Foto: Rolf Oeser

Ein halbes Dutzend leuchtend orangefarbene Schwimmwesten baumeln am Samstag an einem Seil der hellen Gebäudefassade an der Lindleystraße 15. Parallel der Straße verläuft auf der einen Seite die Hanauer Landstraße, auf der anderen das Osthafenbecken, das vom Main abzweigt.

Der Neubau hebt sich von den eher in grau gehaltenen sowie teils dunkel verglasten Häusern ringsherum ab. Zu ihrem 50-jährigen Bestehen eröffnet die Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation „Medico International“ ihr neues Büro- und Veranstaltungsgebäude mit einem Sommerfest. Mehrere Hundert Besucher strömen durch das freundlich und offen gestaltete Treppenhaus in die neuen Räume, hören sich Diskussionen an und informieren sich an Ständen, die Initiativen wie die Globalisierungskritiker von Attac, das Entwicklungspolitische Netzwerk Hessen, Pro Asyl und die Buchhandlung Land in Sicht rund um das Gebäude aufgebaut haben.

Bernd Eichner, der Pressereferent von Medico International, berichtet: „Die Installation der Schwimmwesten ist unser Beitrag zum Day Orange des Bündnisses ‚Seebrücke‘ als Protest gegen das Sterbenlassen im Mittelmeer.“ Nachdem die Organisation in den vergangenen Jahren in einem Bürohaus in der Bornheimer Burgstraße untergebracht war, findet Geschäftsführer Thomas Gebauer den neuen Standort im Ostend nach anfänglichem Zweifel sehr gut.

Zunächst skeptisch

Zunächst sei er skeptisch gewesen, weil in der Nachbarschaft überwiegend Werbeagenturen und Auto-Betriebe angesiedelt seien, sagt Gebauer. Nun habe seine Organisation aber kulturell und politisch orientierte Partner wie die Romanfabrik, den Kunstverein Familie Montez, die Junge Deutsche Philharmonie sowie das Atelier Frankfurt in der Nachbarschaft gefunden. Die beiden letztgenannten beteiligen sich auch am Sommerfest. Im ausverkauften Atelier treten am Abend die beiden Kabarettisten Georg Schramm und Urban Priol auf.

Auch im Gebäude sind die 35 Medico-Mitarbeiter nicht alleine. Sie teilen sich rund 3500 qm, verteilt auf sechs Stockwerke, mit der Evangelischen Wohnraumhilfe, dem „Frankfurter Arbeitskreis Trauma und Asyl (Fatra)“ und der „Akademie“ des Bildungs- und Beratungsträgers „Beramí“, der sich für die Qualifizierung und Integration von Migrantinnen in den Arbeitsmarkt einsetzt. Finanziert wurde das Gebäude, das 15 Millionen Euro gekostet hat, von der Stiftung von Medico International. Rund zwei Jahre habe es von der Planung bis zur Fertigstellung gedauert, berichtet Geschäftsführer Gebauer.

Astrid Zumpe und Rudi Weinhold sind aus Rödelheim gekommen, um sich ein Bild zu machen. Die 53-Jährige, die öfter für Medico spende, sagt: „Es passt sehr gut an den Osthafen, fast gegenüber der EZB, und wirkt wie ein kleiner Leuchtturm gegen die Globalisierungswelle.“ Sie fänden „den Ansatz, Initiativen mit Kooperationen vor Ort zu unterstützen, sehr sympathisch“, meint das Paar. Medico ist in Afrika, Asien und Lateinamerika aktiv. Weinhold wünscht sich ein Café im Gebäude, das Raum zum Austausch geben könne. Das gibt es in Form des „Café Lindley“ im Erdgeschoss. Dort sind auch die Veranstaltungsräume, die von allen Trägern des Hauses, aber auch von außerhalb genutzt werden können. Geplant sind Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Podiumsdiskussionen.

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