Lade Inhalte...

Max Schrom Akrobat auf dem Hinterrad

Max Schrom hat sich schon im Kindesalter dem Trial-Sport verschrieben ? seit Dienstag hält er einen Weltrekord. 180 Mal hüpft er mit seinem Rad auf der Stelle.

Auf und ab auf dem Rad: Der Weiterstädter Max Schrom beweist in der Frankfurter Innenstadt Geschicklichkeit. Foto: Alex Kraus

Kleine Hüpfer auf dem Hinterrad erhöhen die Popularität. Zumindest wenn einem dieses Kunststück öfter gelingt als jedem anderen, der sich bisher daran versucht hat. Für Max Schrom bedeutete die Herausforderung, die der 24-Jährige gestern an der Konstablerwache in Frankfurt mit 180 Pogo Hops meisterte, aber auch ein neues Ziel in der Kunst, in der er sich schon seit frühen Kindheitstagen übt: der Geschicklichkeit auf zwei Rädern.

In einem Familienurlaub in Frankreich sprang der Funke über. Allerdings war es damals die motorisierte Variante des Zweiradsports, die den Sechsjährigen und seinen drei Jahre älteren Bruder Alexander reizte. Doch die beiden waren noch zu jung für Motocross. So begannen sie mit Fahrrad-Trial und blieben dabei.

Der Funsport findet auf der Straße immer mehr Freunde, weil er auch auf einem gewöhnlichen Mountainbike geübt werden kann. Allerdings sind die speziellen, meist sattellosen Trial-Bikes leichter und so gewichtet, dass es einfacher ist, mit ihnen auf nur einem Rad zu balancieren. Im Wettkampf absolvieren die Teilnehmer einen Parcours, springen über oder auf verschiedene Hindernisse. Wenn sie dabei mit dem Fuß oder einem anderen Körperteil den Boden berühren, wird ihnen das mit Strafpunkten vergolten.

Max Schrom bewies von Anfang an Talent und Ehrgeiz. Mit ein paar Freunden, die sich auch für den Sport begeisterten, arbeitete er sich an die Spitze vor. Er wurde deutscher Meister, Achter bei den kontinentalen Titelkämpfen und gewann mit dem deutschen Team Bronze bei der Weltmeisterschaft. Seine spektakulären Tricks machten den gebürtigen Heidelberger nicht nur in der Szene bekannt. Mittlerweile trete er sportlich kürzer, sagt Schrom. Dafür dreht er Videos und tritt bei Shows auf. „Ich lebe noch nicht ganz davon“, betont der Student der Kunststofftechnik. Doch er könne sich das durchaus vorstellen.

Die Idee, sich am Weltrekord zu versuchen und einen Eintrag ins Guinness-Buch zu sichern, kam ihm vor einem Jahr. Ein Mountainbike-Hersteller hatte angefragt, ob er eines seiner Modelle vorstellen würde. Bei Schrom löste das die Frage aus, wie sprungstark er wohl mit einem solchen Bike sei. Gelegenheit zum Testen hatte er nicht: Im eigenen Bestand waren nur drei Trial-Räder. „Ich fahre selten Fahrrad“, erklärt der Velo-Akrobat.

„Extreme Kopfsache“

Sechs Monate bereitete sich der Weiterstädter auf den Versuch vor. Dabei musste er vor allem die Hand- und Armkraft trainieren. Und die Technik umstellen. Anfangs übte Schrom mit gebeugten, zuletzt mit fast gestreckten Ellbogen. Und mit einer Zahl im Kopf, die weit höher lag als die 129 Hüpfer, die für den neuen Weltrekord gefordert waren. „Das ist eine extreme Kopfsache“, erklärt er. Wenn man sich da zu knapp orientiere, sei das Projekt „128+“, wie Schrom und seine Unterstützer den Weltrekordversuch bezeichneten, zum Scheitern verurteilt.

Im entscheidenden Moment ging dann alles glatt: Vor den Augen des Guinness-Jurors, einiger Freunde und zahlreicher Passanten stellte der Trial-Profi auf einem vierstöckigen Palettenstapel sein Mountainbike aufs Hinterrad. 180-mal hoppelte er fast auf der Stelle, bevor er absetzen musste. „Man hat mir sicher angesehen, dass ich gerne noch 20-mal öfter gesprungen wäre.“ Doch er sei „in der Hand fertig“ gewesen.

Wie es weitergeht mit seiner Karriere, darüber hat er sich noch keine Gedanken gemacht. „Man fragt sich natürlich immer, was kann ich machen, was noch erreichen?“ Doch zuletzt sei er nur auf den Rekord fokussiert gewesen.

Dass Max Schrom wieder eine neue Herausforderung finden wird, daran bestehen keine Zweifel. Bislang konnte den Wagemutigen nichts aufhalten. Von schwereren Verletzungen wie etwa einem Biss in die Lenkerstange blieb er bislang glücklicherweise verschont. „Wenn er auf dem Bike steht, ist er wie ein Betrunkener oder ein Kind“, sagt Bruder Alexander. „Da passiert ihm nichts.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum