Lade Inhalte...

Mainäppelhaus am Lohrberg Saft aus dem eigenen Apfel

Im Mainäppelhaus auf dem Frankfurter Lohrberg kann mobil gekeltert werden: Wer mindestens zwei Zentner Äpfel zusammenbekommt, kann diese bis Montagabend direkt zu Apfelsaft oder -wein keltern lassen.

12.10.2014 20:04
Der Saft für die kommenden Monate ist gesichert: Thilo Wissel vom Keltermobil füllt Äpfel ein. Foto: Rolf Oeser

Die Apfelernte neigt sich ihrem Ende zu; die Kelterer haben alle Hände voll zu tun. Das gilt auch für den Familienbetrieb Wissel, der seit dem gestrigen Sonntag auf dem Lohrberg gastiert. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren verarbeitet die mobile Kelterei dort am Mainäppelhaus mitgebrachte Apfelernten. Wer mindestens zwei Zentner Äpfel zusammenbekommt und auf den Lohrberg bewegt, kann diese bis heute Abend direkt zu Apfelsaft oder -wein keltern lassen.

„Wir hatten eine gute Ernte dieses Jahr – Äppel ohne Ende“, freute sich Erwin Ter Hühne am Sonntag. Mit seinem achtjährigen Sohn Toni habe er etwa 135 Kilo auf der heimischen Streuobstwiese im Westmünsterland gesammelt.

Kelterer Thilo Wissel erklärte den beiden an der automatischen Kelteranlage, was mit ihren Äpfeln passiert: Erst würden diese unter Hochdruck gereinigt, bevor eine Walze den Saft aus den Früchten presse. Danach werde der Saft gefiltert und in eines der vier Fässer gepumpt. Dort werde der Apfelsaft dann auf 88 Grad erhitzt und damit von Bakterien befreit. Für Apfelwein wird lediglich der Prozess der Filtrierung übersprungen, so dass der Saft zwei bis drei Monate gären könne, erläuterte Wissel.

„Bei uns trinken wir lieber Bier“, so Ter Hühne, der nur für die Wochenenden nach Frankfurt kommt. Schon im vergangenen Jahr habe er mit seinem Sohn Äpfel gesammelt und sie zum Keltern auf den Lohrberg gebracht; 54 Liter Apfelsaft hätten sie damit gewonnen. Am gestrigen Sonntag fuhr der 50-Jährige nach dem dreiviertelstündigen Keltervorgang mit 108 Litern wieder ab. Durchschnittlich sei die Ladung nach dem Keltern etwa 30 Prozent leichter, erklärte Wissel. Der Preis dafür variiert mit der Menge. Ter Hühne zahlte 133,20 Euro für seinen Apfelsaft.

Das Besondere an ihrer mobilen Kelterei sei, dass der Saft aus eben jenen Äpfeln gewonnen werde, mit denen die Sammler zu ihnen kämen, betonte Wissel. Bei anderen Keltereien könnten lediglich Äpfel gegen einen aus anderen Äpfeln gewonnenen Saft eingetauscht werden.

Die unterfränkische Kelterei wird mit ihrer mobilen Anlage noch bis zum 9. November, vorwiegend im Raum Aschaffenburg, unterwegs sein. In Frankfurt hatte sie eigentlich bis zum Dienstag bleiben wollen. Aus privaten Gründen könnten sie jedoch nur noch bis Montagabend auf dem Lohrberg keltern, sagte Wissel. (jov)

Die mobile Kelterei am Mainäppelhaus, Klingenweg 90, ist am heutigen Montag von 8 bis 19 Uhr geöffnet. Um eine Terminabsprache per Telefon (06029/6728) wird gebeten.

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum