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Mahnwache gegen Salafismus Streit nach Koranverteilaktion

Während junge Männer kostenlose Korane verteilen, protestieren gleich daneben Demonstranten gegen Islamismus. Bei einer Mahnwache gegen Salafismus kommt es auf der Zeil zu Diskussionen.

Auf der Zeil wird gegen Salafismus demonstriert. Foto: Ralf Oeser

Eine Protestaktion gegen die abermalig durchgeführte salafistische Koran-Verteilaktion „Lies“ sorgte am Samstagnachmittag auf der Zeil für stundenlange Diskussionen unter muslimischen und islam- sowie IS-kritischen Passanten. Rund 15 Menschen hielten Plakate hoch, auf denen islamkritische Sprüche zu lesen waren. Etwa „In seinem Selbstverständnis geht der Islam über alles“ oder „Islamisten verachten Demokratie“. Offiziell angemeldet war die Aktion vor dem Eingang des Einkaufszentrums „MyZeil“  als „Mahnwache gegen Salafismus“.

Spontan versammelten sich gegen 17 Uhr mindestens fünfzig Menschen, die mit den Demonstranten teils heftige Diskussionen begannen. „Diese Menschen ziehen den gesamten Islam ins Negative“, beschwerte sich eine in Frankfurt geborene Marokkanerin über die Teilnehmer der Mahnwache. Die Sprüche auf den Plakaten seien „verallgemeinernd“ und schürten „Hass gegen alle Muslime“. Dabei habe sie selbst als gläubige Muslimin in der vergangenen Woche gemeinsam mit Jesiden an der Hauptwache gegen das brutale Vorgehen der IS-Kämpfer im Irak und in Syrien protestiert.

Der Anmelder der Mahnwache, Paul G., hat jahrelang als Grieche im syrischen Aleppo gelebt und macht sich nun Sorgen um Angehörige und Freunde: „Die IS steht nicht weit vor den Toren der Stadt“, so G. Die Koranverteilung in Deutschland müsse aufhören, da sie „schwache, junge Menschen“ radikalisiere. Bereits vergangene Woche hatte G. alleine mit einem Plakat auf der Zeil demonstriert. Ein junger Mann hätte ihn daraufhin geschlagen und das Plakat entrissen, woraufhin G. Anzeige erstattete. An diesem Samstag blieb alles friedlich. Ein massives Polizeiaufgebot war zugegen. G. kündigte an, nächsten Samstag wieder demonstrieren zu wollen.

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