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Mäzen Frankfurt Ehrenplakette für Claus Wisser

Der Unternehmer Claus Wisser ist Mitbegründer des Rheingau Musikfestivals, er fördert das Städel und das Caricatura-Museum. Als Dankeschön für sein vielfältiges Engagement zeichnet OB Peter Feldmann ihn mit der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt aus.

OB Peter Feldmann überreicht die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt an den Unternehmer Claus Wisser. Foto: Christoph Boeckheler

Er macht nicht gerne viele Worte – wenn es um ihn selbst geht. Da bleibt sich Claus Wisser seit Jahrzehnten treu. Auch am Mittwochnachmittag, als sich Freunde und Gäste im Limpurgsaal des Rathauses drängen. „Ich hab dieses Lob eigentlich nicht verdient“, sagt der 70-Jährige, dessen zurückhaltendes Auftreten so gar nicht zur imposanten Gestalt zu passen scheint. Der Unternehmer erhält die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt für seinen engagierten Einsatz als Mäzen.

Als Mitbegründer des Rheingau Musikfestivals zum Beispiel, als Förderer des Städel und des Caricatura-Museums, oder als Unterstützer der Goethe-Universität. Viele sind gekommen, die mit dem Sozialdemokraten verbunden sind – vom früheren Flughafen-Chef Wilhelm Bender über den Ex-OB Andreas von Schoeler bis hin zum Milliardär Josef Buchmann, der ebenfalls als großzügiger Sponsor für die Frankfurter Kultur hervortritt.

Als Student Putzfirma gegründet

Es charakterisiert Wisser, dass er eher en passant seine jüngste Spende bekanntmacht. 30.000 Euro gibt er, um eine Ausstellung zu den jüdischen Stiftern der Goethe-Universität zu finanzieren. Aus Anlass des bevorstehenden 100-Jährigen der Universität. „Ich bin mental ein Dienstleister“, sagt der Mann, in dessen Unternehmensgruppe 50.000 Menschen arbeiten.

Er erinnert an seine Anfänge als Kleinst-Unternehmer im Jahre 1963 in Frankfurt, als er eine Anzeige in der Frankfurter Rundschau aufgab: „Wer schenkt Studenten noch gebrauchsfähige Schreibmaschine?“

Er bekam sie und gründete eine kleine Putzfirma. „Ei Bub, jetzt haste Abi und studierst und jetzt wirste Putzfraa!“, sagte seine Mutter. Wisser, der als Schüler in die SPD eintrat, ließ sich nicht irritieren und ging seinen Weg als Unternehmer. Er demonstrierte allerdings auch, wie viele seiner Generation, gegen die Notstandsgesetze und für mehr innere Demokratie in Deutschland. „Ich habe nie einen Stein geworfen, ich weiß nicht, ob es ein Fehler war – ich glaube nicht“, sagt er nachdenklich.

Für Mindestlöhne eingesetzt

Oberbürgermeister Peter Feldmann würdigt Wisser als „Kontakt-Riesen“, als Macher, der sich Verdienste um die Stadt erworben habe. „Du hast dich als erster Unternehmer für Mindestlöhne eingesetzt“, sagt das Stadtoberhaupt. Und zitiert aus einer Schrift des Wisser-Konzerns Wisag: „Niedrige Löhne zeigen die geringe Wertschätzung der Gesellschaft.“

Wilhelm Bender, heute Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der Universität, schiebt „einen kleinen Werbe-Block“ für die Uni ein. Die habe sich in jüngsten Jahren „rasant, sehr positiv“ entwickelt. Mehrere Hunderttausend Euro brächten die Freunde und Förderer jährlich zusammen. Wer aber noch eine größere Summe übrig habe und nicht wisse, wohin damit, dem helfe er gerne mit einer Konto-Nummer …

Warme Frühlingssonne fällt in den Limpurgsaal. Der Sekt perlt in den Gläsern. Claus Wisser hat Exemplare des jüngsten Heftes „Frankfurt Geschichte“ der Frankfurter Rundschau mitgebracht, dessen Erscheinen er durch eine Spende ermöglichte. Es geht um die spannenden 60er Jahre, die Zeit, in der Wisser nach Frankfurt kam. In eine Stadt „in Aufruhr“.

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