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Luxushotel Interconti muss saniert werden

Wenn Brandschutz und andere Standards nicht ertüchtigt werden, droht dem fünftgrößtem deutschen Hotel die Schließung.

Hotel Interconti
Das in die Jahre gekommene Hotel soll umgebaut werden. Foto: Peter Jülich

Für das Interconti steht einiges auf dem Spiel. Schon von Weitem ist zu erkennen, dass an der Fassade des riesigen Hotelgebäudes an der Wilhelm-Leuschner-Straße gearbeitet wird. Die städtische Bauaufsicht hat für das Haus aus dem Jahr 1963 eine klare Aussage getroffen: Wenn der Besitzer es nicht grundlegend saniert, muss der traditionsreiche Beherbergungsbetrieb mit seinen 467 Zimmern geschlossen werden. „Die Schließung wäre die Alternative“, sagt Ina Brandes, Geschäftsführerin der Sweco Deutschland. Sowohl der Brandschutz aks auch zahlreiche andere Bereiche entsprechen aus Sicht der Stadt längst nicht mehr den Vorschriften.

Sanierung im dreistelligen Millionenbereich

„Die komplette Sanierung wird eine dreistellige Millionensumme kosten“, sagt Sweco-Geschäftsführer Heinz Mornhinweg, Das europaweit größte Architektur- und Ingenieurunternehmen ist aber kurzfristig erst einmal für die unmittelbare „Sicherung“ der Hotelfassade engagiert worden. Der alte Naturstein wird komplett abgebaut und durch eine Zwischenlösung mit anderem Material ersetzt – damit es nicht weiter bröckelt. „Wir haben über die Sicherungsmaßnahmen einen Vertrag mit der Stadt geschlossen“, sagt der Manager – es musste alles schnell gehen. Für diese Notsanierung wird jetzt rund eine Million Euro ausgegeben.

Das Unternehmen hat sich aber auch für die komplette Sanierung des Interconti beworben, eine Entscheidung will der Besitzer des fünftgrößten deutschen Hotels, der Immobilienkonzern Aroundtown, noch im August fällen.

Die Fachleute von Sweco möchten das 21 Stockwerke hohe Hotel „bis auf Stahl und Beton entkernen“, sagt Brandes. Nach diesem Konzept müsste der Betrieb des Hauses für etwa 15 Monate komplett eingestellt werden. Drei bis vier Jahre würde die Sanierung insgesamt dauern.

Die Statik des Hauses soll ganz neu aufgebaut werden. Die Hotelzimmer würden größer werden, die heutigen hohen Betonbrüstungen vor jedem Raum verschwänden. Noch keine Entscheidung ist über die Innenarchitektur gefallen. Die Spezialisten schlagen vor, die Konferenzräume zu vergrößern und die Terrassen des Hauses zum Main hin zu orientieren.

Das ist seit der Eröffnung des Hotels 1963 eine Merkwürdigkeit: Von seiner besten Seite, nämlich vom Main her, ist es gar nicht erschlossen; die Erschließung erfolgt über die Wilhelm-Leuschner-Straße gleichsam von der Rückseite her.

Union Investment soll ein Wohnturm werden

Gleich neben dem Interconti plant Sweco das nächste Großprojekt: Die sogenannten Riverside Suites. Zwischen dem alten Hochhaus der Union Investment an der Leuschner-Straße und dem Main entstehen in bis zu siebengeschossigen Blocks rund 100 Wohnungen. Es soll eine Mischung aus Eigentum und öffentlich geförderten Einheiten gebaut werden. Der Entwurf stammt vom früher selbstständigen Frankfurter Architekturbüro Jo Franzke, das Sweco vor anderthalb Jahren übernommen hat. Investor ist hier die German Estate Group (GEG).

Sie baut auch das knapp 95 Meter hohe Union Hochhaus zum „Riverside Tower“ um. Auch dieses Gebäude wird entkernt und erhält eine neue Fassade, der Entwurf kommt vom Architekten Ole Scheeren. In dem Turm sind 220 Wohnungen geplant, darunter etwa 100 Mieteinheiten, der Rest Eigentum. Die beiden Großbaustellen Interconti und Union-Grundstück sollen koordiniert und gemeinsam über die Wilhelm-Leuschner Straße erschlossen werden, sagt Manager Mornhinweg. Das nördliche Mainufer wird sein Gesicht verändern.

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