Lade Inhalte...

Lucas-Filmfestival in Frankfurt Kreischende Fans zum Lucas-Start

Das Lucas-Filmfestival für junge Fans hat in Frankfurt. Rund 60 Filme sind in den nächsten Tagen zu sehen. Höhepunkt ist der Familientag „Lucas digital“.

Lucas-Filmfestival in Frankfurt
Die Hauptdarstellerin Teanna Weiß in der Rolle der Laini. Bei den Dreharbeiten zur „Flaschenpost-Insel“ war sie zehn Jahre jung. Foto: DIF

Klappe, Lucas, die 41.: Das internationale Festival für junge Filmfans, kurz Lucas, hat begonnen. 60 Filme in acht Tagen! Bildungsdezernentin Sylvia Weber und viele weitere wichtige Leute sollen die 41. Auflage des Kintopp-Reigens am Donnerstagabend feierlich eröffnen – aber schon am Vormittag dürfen die ersten Gruppen ins Kino. Weil Weltkindertag ist, erklärt Festivalleiterin Julia Fleißig. Das trifft sich ja prächtig.

Und Film ab. Oder gibt’s schon Fragen? „Wer ist Lucas?“ will ein Mädchen wissen. Das haben schon Generationen von Journalisten zu ergründen versucht – vergebens. „Es gibt verschiedene Theorien“, sagt Fleißig, die plausibelste sei jene, es handle sich um den Namen des Sohnes eines der Festivalgründer. Andere Theorie: „Weil’s einfach gut klingt.“

Jetzt aber Kino. Wissen alle, wie der Film heißt? „DIE FLA-SCHEN-POST-IN-SEL“ schallt es durch den Saal, dass die Sitze erbeben. Fein, alle sind perfekt vorbereitet. Die Geschichte handelt von dem Mädchen Laini, das seine Eltern bei einem Schiffsunglück verloren, aber selbst überlebt hat. Zum zwölften Geburtstag der Filmfigur (Schauspielerin Teanna Weiß ist da erst zehn) geben die deutschen Adoptiveltern Laini ein Album mit Fotos und Erinnerungen der afrikanischen Familie. Es ist ein leiser Film über Heimat und Migration, über Freundschaft und Vertrauen, Mut und Offenheit, oft anrührend, auch spannend. Am Ende gibt’s Applaus, besonders für vier Kinder-Hauptdarsteller, die im Kino sind.

Da staunt das Publikum, unterschiedliche Klassenstufen aus der IGS Süd, der Dahlmann-, Friedrich-Fröbel- und der Offenbacher Albert-Schweitzer-Schule, als Aurelio Pokorski (14) auf einmal fröhlich lachen kann. Im Film tut er das fast gar nicht, in echt ist er ein total sympathischer Typ. Wie ist das, sich selbst auf der Leinwand zu sehen? „Man sieht sich mit anderen Augen“, sagt Aurelio, „ein bisschen peinlich war’s schon an manchen Stellen.“ - „Die eigene Stimme zu hören ist ziemlich schräg“, sagt Kollege Jan Niklas Thomsen (15), der den Paul gibt. Kein Wunder, seine Stimme ist inzwischen deutlich tiefer. Teanna Weiß besucht mit ihren elf Jahren schon eine Schauspielschule, und Kollegin Lara Winde (12), die Film-Babsi, hat sogar schon in einem Musical mitgespielt.

Die Zuschauer sind begeistert und löchern das Team: Wurde der Film womöglich im Frankfurter Ostpark gedreht? Nein, sagt Regisseur Toni Kurtin, und unter uns: Die angebliche „Insel“ im Film ist in echt gar keine, sondern ein Stück Rheinstrand in Ginsheim-Gustavsburg. Was das Ganze noch interessanter macht: Immer wieder mal ist in der Handlung von Wiesbaden die Rede. Die Filmmacher arbeiteten mit einem sozialen Verein zusammen und versuchten, so viele Kinder wie möglich mitspielen zu lassen. Rund 300 seien es geworden, sagt Kurtin, einige hätten auch Ideen fürs Drehbuch gehabt. Dass so ein Filmprojekt schon mal dreieinhalb Jahre dauern kann bis zum Kinostart, quittiert das Publikum mit „Oh“ und „Ah“; dass es anschließend Autogramme der jungen Mimen gibt, löst ein kollektives „Kreisch!“ aus.

Eine regionale Produktion zum Auftakt: sehr gelungen. Vom heutigen Freitag an zeigt Lucas aber auch jede Menge Filme, die von weither angereist sind und von den ebenso weitgereisten Filmemachern nach Frankfurt begleitet werden.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter lucas-filmfestival.de.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen