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Lohrberg und Scheerwald Eskalation auf Frankfurter Grillplätzen

Schlägereien, Vandalismus, Wildpinkler - auf städtischen Grillplätzen gibt es regelmäßig Ärger. Oft sind die Plätze überfüllt, die Stadt erwägt die Erhebung von Gebühren.

Grillen im Lohrbergpark
Grillen und feiern in öffentlichen Parks sind bei den Frankfurtern sehr beliebt, auch bei dieser Geburtstagsgesellschaft. Foto: Rolf Oeser

Rauchwolken ziehen über den Lohrberg, und im Spielpark Scheerwald riecht es dermaßen nach Steak und Wurst, dass jeder Fleischesser sofort Hunger bekommt und den meisten Vegetariern schlecht wird. Am Wochenende waren wieder Hunderte auf den Frankfurter Grillplätzen unterwegs. Das Umweltdezernat beobachtet es allerdings mit Sorge, dass immer mehr Menschen zum Brutzeln auf die elf Anlagen kommen.

Die Plätze sind schlicht zu voll, und das Benehmen einiger Gäste führt immer häufiger zur Eskalation. Dezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) berichtet von Schlägereien und Vandalismus am Grillplatz an der Nidda. Andernorts gibt es Klagen über Wildpinkler und große Müllberge. Um Abhilfe zu schaffen, will die Stadt mindestens einen neuen Grillplatz anlegen, besser wären mehrere. Doch lassen sich kaum geeignete Standorte finden. Und so prüft Heilig auch, Gebühren für die Nutzung von Grillplätzen zu erheben.

Vor allem in den Ortsbeiräten hatte es zuletzt massive Klagen über die Grillfreunde gegeben. Der Oberräder Kinderbeauftragte Roland Limberg etwa wird nicht müde, darauf hinzuweisen, dass zu viele Menschen auf die Anlage im Waldspielpark Scheerwald kommen. Alle Wege seien zugeparkt, und die Gäste bereiteten nicht nur an den offiziellen Stellen ihr Essen zu, sondern wild durcheinander, auch auf der Minigolfbahn oder dem Spielplatz. Und der sei doch für die Kinder gedacht und nicht für die Griller.

Obschon die Grenzen zwischen den Gruppen fließend sein mögen, hat Limberg kürzlich ein Grillverbot angeregt. So wie es die Stadt nach anhaltenden Beschwerden im Fechenheimer Heinrich-Kraft-Park ausgesprochen hat. Dort waren es einfach zu viele Grillfreunde geworden. Limbergs Appell für Oberrad ist allerdings verhallt.

Auf dem Lohrberg, im Ostpark (wo der Grillplatz wegen Bauarbeiten derzeit aber geschlossen ist) sowie im Rebstockpark und an der Hadrianstraße am Niddaufer hat das Umweltamt einen privaten Sicherheitsdienst beauftragt, der Parkwächter einsetzt. In Abstimmung mit dem Ordnungsamt gehen die Streife und weisen freundlich darauf hin, die ausgewiesenen Grillplätze zu nutzen. Doch das reicht offenbar nicht. Die Klagen von Anwohnern und Spaziergängern reißen nicht ab. „Das Grillen hat überhand genommen“, sagte Heilig vorige Woche im Stadtparlament.

Zwar weist das Umweltdezernat auf Anfrage der FR darauf hin, dass es nicht an allen Grillplätzen Probleme gebe. Über die Anlage am Main (Höhe Gutleutstraße), in der Lenzenbergstraße (Zeilsheim) und im Cäcilia-Lauth-Spielpark (Sossenheim) gebe es kaum Klagen. Doch grundsätzlich gilt: Je größer der Grillplatz, desto größer die Probleme. Ausschreitungen an der Hadrianstraße ziehen seit April regelmäßig Polizeieinsätze nach sich.

Schwierige Suche nach neuen Plätzen

Die Lösung könnten weitere Anlagen sein. Doch wo sollen diese entstehen? Ohne ins Detail zu gehen, spricht das Umweltdezernat von mehreren Standorten, die derzeit geprüft würden. Doch Rosemarie Heilig sagt auch: „Die Suche gestaltet sich ausgesprochen schwierig.“

Die Plätze müssen weit genug von jeder Wohnbebauung entfernt liegen, es muss genügend Parkplätze und Platz für Toilettenhäuschen geben, und die Eingriffe in die Natur dürfen nicht zu groß sein. Insbesondere dürfen geschützte Tier- und Pflanzenarten nicht gestört werden, weshalb ein Grillplatz auf dem Monte Scherbelino etwa nicht infrage kommt.

Angesichts dieser Anforderungen wirkt im Stadtparlament niemand besonders optimistisch, dass eine oder sogar mehrere Flächen gefunden werden. Doch wie bisher kann es kaum weitergehen. Deshalb steht eine Reglementierung des Grillens im Raum. Nutzer müssen sich anmelden, eine Gebühr oder zumindest eine Kaution zahlen. Die meisten Grillfreunde dürften von dieser Idee wenig begeistert sein. Viele Anwohner womöglich schon.

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