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Linkes Zentrum Zwei mutmaßliche Brandanschläge auf das „Exzess“

Binnen zwei Tagen soll es zu zwei Brandstiftungen am autonomen Zentrum „Exzess“ in Frankfurt-Bockenheim gekommen sein. Sie reihen sich ein in eine Serie von mutmaßlichen Brandanschlägen auf linke Projekte im Rhein-Main-Gebiet.

Exzess
Rund 150 Menschen machen nach den mutmaßlichen Anschlägen bei einem Protestzug mit. Foto: Peter Jülich

Eine letzte Woche bekannt gewordene Serie von Brandstiftungen an linken Zentren und Wohnprojekten in Frankfurt und Umgebung scheint sich fortzusetzen. Wie das im Frankfurter Stadtteil Bockenheim angesiedelte alternative Zentrum „Exzess“ am Montagabend in einer Pressemitteilung bekannt gab, hat es seit Sonntagabend zwei Brandanschläge auf die Einrichtung gegeben.

Beide Brände wurden von den Nutzern des Zentrums bemerkt und konnten umgehend gelöscht werden. Personen wurden nicht verletzt. Es entstand nur geringer Sachschaden.

Exzess: Rechtsradikale Motive vermutet

Nach Angaben der Exzess-Aktivisten wurde der erste Brand am Sonntagabend gegen 21.30 Uhr bemerkt. Ein Unbekannter hatte demnach versucht, eine Holzverkleidung an der Außenwand des Theatersaals der Dramatischen Bühne, die im Exzess untergebracht ist, in Brand zu setzen. Am Montagabend dann brannte es gegen 21 Uhr an einer Eingangstür der Dramatischen Bühne. Dieser Brand während des laufenden Barbetriebs des alternativen Zentrums gelegt. Im Gebäude befanden sich zu diesem Zeitpunkt zahlreiche Menschen.

Die mutmaßlichen Anschläge reihen sich in eine Serie ähnlicher Brandstiftungen im Rhein-Main-Gebiet ein, von der seit Mitte September mehrere linke Kulturzentren und alternative Wohnprojekte betroffen waren. Am 14. September war das Schwalbacher Wohnprojekt „Knotenpunkt“ durch einen Brand unbewohnbar geworden.

Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Im November wurden in Frankfurt-Rödelheim drei Brände auf dem Gelände des seit 35 Jahren besetzten Wohn- und Kulturzentrums „Au“ sowie einer auf dem Gelände des im selben Stadtteil angesiedelten Wohnprojekts Assenland gelegt. Zuletzt ging am 3. Dezember im Hanauer Wohnprojekt „Schwarze 7“ ein als Gartenlaube genutzter Bauwagen in Flammen auf. Die Betroffenen vermuten in allen Fällen rechtsradikale Motive hinter den Brandstiftungen.

Die Nutzer des „Exzess“ reagierten am späten Montagabend mit einer Spontandemonstration auf den neuesten Vorfall. Rund 150 Menschen zogen in einem Protestzug vom „Exzess“ auf der Leipziger Straße über die Basalt- und Sophienstraße zur Bockenheimer Warte und erneut über die Leipziger Straße zurück zum autonomen Zentrum. In Parolen und kurzen Redebeiträgen kritisierten sie die „anhaltende Hetze“ gegen linke Zentren seitens CDU, FDP und AfD im Frankfurter Römer.

Ein ausführlicher Bericht folgt.

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