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Lieferverkehr Neue Ladezonen gegen Lieferanten-Chaos

Lastwagen, die auf der Fahrbahn stehen und Radwege blockieren, sind ein tägliches Phänomen in Frankfurt. Mit besser ausgewiesenen Ladezonen und Mikrodepots für Pakete will die Stadt das ändern.

Blockierte Fahrspuren, zugestellte Radwege: Oft stehen Falschparker in Ladezonen und Lieferanten müssen ausweichen. Foto: christoph boeckheler*

Lieferwagen, die auf der Straße stehen, Lastwagen, die auf dem Radstreifen parken. Ein tägliches Phänomen in Frankfurt. Um das zu vermeiden, will die Stadt die Ladezonen für den Lieferverkehr besser ausweisen. Das soll Falschparker abschrecken.
Ab Frühjahr soll es sogenannte verkehrsberuhigte Geschäftsbereiche geben, kündigte Dan Orbeck, Referent von Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne), an. Dort seien viele Fußgänger unterwegs, weshalb Tempo 30 oder weniger gelte. Möglich sei dies etwa auf der Neuen Rothofstraße. Der Lieferverkehr soll eigens ausgewiesene Parkplätze erhalten. „Alle Verkehrsteilnehmer werden gleichberechtigt behandelt“, sagte er.

Weitere Ladezonen will die Stadt im Laufe des Jahres neu beschildern und farbig markieren. Möglich sei dies am Roßmarkt und der Kaiserstraße. Dadurch würden Ladezonen, wo eingeschränktes Halteverbot gilt, besser wahrgenommen. Das Ziel sei, dass sich mehr Autofahrer ans Halteverbot halten.

„Das Problem ist, dass die Flächen für die Anlieferung häufig von Privatpersonen zugestellt sind“, sagte Sven Sänger von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt. Ein Strafzettel in Höhe von 15 Euro schrecke die meisten nicht ab. Dass die Stadt die Halteverbotszonen künftig klarer markieren will, begrüßte er. Die Ladezonen müssten teils größer werden, damit auch Lastwagen Platz fänden.

Paketdienste, Lieferanten, Handwerker rollen in der Spitze zwischen 8 und 10 Uhr in die Stadt. Dabei liefern sie sich einen Kampf um die Parkplätze.

Die Fachhochschule Frankfurt hat die Situation im vergangenen Jahr exemplarisch an der Großen Eschenheimer Straße, Roßmarkt und Kaiserstraße untersucht. Heraus kam, dass gerade Handwerker die Ladezonen oft stundenlang für sich beanspruchen.

Unnötige Fahrten vermeiden

Paketdienste und Anlieferer stellten sich deshalb oft in zweiter Reihe, so die Studie. Das macht sich auch in der Bußgeld-Statistik bemerkbar. Die Stadtpolizei nimmt pro Jahr rund 100 000 Verkehrsverstöße wegen Parkens im Halteverbot oder in zweiter Reihe auf. Wobei das nicht alleine den Lieferverkehr betrifft.

Laut Bundesverband Paket- und Expresslogistik fahren die Paketdienstleister am Tag 253 Touren in Frankfurt. Wie viel Lieferverkehr am Tag insgesamt nach Frankfurt kommt, weiß niemand so genau. „Uns liegen keine originären Zahlen vor“, sagte Axel Fleischer, der Leiter des Referats Mobilitäts- und Verkehrsplanung. Das müsste man einzeln bei den Firmen abfragen, was eine „ressourcenbindende Aufgabe“ wäre.

Um unnötige Fahrten auf dem letzten Kilometer zu vermeiden, plant die Stadt, in diesem Jahr sogenannte Mikrodepots einzurichten, kündigte Orbeck an. Mögliche Standorte würden derzeit geprüft. Die Lieferdienste UPS und DHL wollten sich beteiligen, sagte Sänger. Von diesen zentralen Sammelstellen aus könnten die Boten die Pakete im Lastenrad oder per Sackkarre zum Kunden bringen.

Auch die Mikrodepots sind eine Möglichkeit, um zu vermeiden, dass Lieferwagen auf der Fahrbahn stehen oder den Radstreifen blockieren.

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