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Lieferverkehr Lastenräder bringen die Päckchen

In Rödelheim hat DHL Express das erste Mikrodepot für Pakete eröffnet. Das Unternehmen prescht vor - die Stadt braucht noch Monate, um eigene Standorte tzu finden.

Frankfurt
Flitzt künftig auch auf Radwegen: das DHL-Lastenrad. Foto: Michael Schick

Zwei Liegeräder von DHL Express, die mit einer Paketbox beladen sind, bringen künftig die Päckchen zu den Kunden. Zunächst testweise. Die Probephase, die am Mittwoch gleichzeitig im niederländischen Utrecht und in Frankfurt begonnen hat, läuft zwei Monate.

Das mobile Depot in Form eines Lastwagenanhängers steht auf einem Parkplatz in Rödelheim. Ein Lastwagen fährt den Anhänger morgens dorthin. Die Zusteller laden die Transportboxen auf die Räder und verteilen die Sendungen in den Stadtteilen – Bockenheim, Gallus, Hausen, Praunheim, Rödelheim.

In die Boxen passen jeweils 70 bis 90 Päckchen. Die Lastenräder ergänzten die sechs Cargo-Räder, die seit drei Jahren im Einsatz seien, sagte der Frankfurter Stationsleiter Peter Hahn. Nach erfolgreichem Test könnten weitere Mikrodepots folgen. Insgesamt liefere DHL Express in Frankfurt jeden Tag 25 000 Pakete aus, die meisten auf konventionelle Art, mit Dieseltransportern.

Älteren Dieselfahrzeugen droht wegen Feinstaubemissionen allerdings in manchen Städten ein Fahrverbot. In Stuttgart dürfen ab 2018 bei Feinstaubalarm keine alten Dieselfahrzeuge mehr fahren. Auf die „Bedingungen, die sich aus Verkehrspolitik und Umweltschutz“ ergeben, müsse das Unternehmen reagieren, sagte der DHL-Express-Manager Tobias Wider.

Räder günstiger als Dieseltransporter

Der Vorteil der Lastenräder sei, dass sie mit 10.000 Euro Anschaffungskosten günstiger seien als Dieseltransporter, dass sie emissionsfrei unterwegs sind und Staus umfahren könnten. „Mit den beiden Lastenrädern holen wir zwei Transporter von der Straße.“

Wider betonte, dass das Internethandel weiterhin boome. Ein „zweistelliges Wachstum“ bei der Auslieferung von Paketen habe es in Frankfurt zuletzt gegeben.

Um den Lieferverkehr mit Transportern in der Stadt auf der letzten Meile zu reduzieren, ist die Stadt seit Längerem auf der Suche nach geeigneten Standorten für Mikrodepots.

Mögliche Plätze seien besichtigt worden, sagte Dan Orbeck, Referent von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Interessiert seien die Paketdienstleister Hermes, UPS und Deutsche Post. DDP und DHL Express hingegen seien aus den Gesprächen ausgestiegen. Die Standorte sollen im Jahresverlauf präsentiert werden. „Wir wollten unserer Konzept schneller auf die Straße bringen“, sagte DHL-Stationsleiter Peter Hahn.

Während Frankfurt nach Standorten sucht, sind andere Städte schon weiter. In Hamburg nutzt UPS seit Jahren Mikrodepots zur Paketverteilung. In Offenbach hat das Unternehmen seit vorigem Jahr ein mobiles Depot in Form eines beladenen Anhängers auf dem Platz der Deutschen Einheit platziert.

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