Lade Inhalte...

Liebieghaus Zwölf Euro Eintritt ins Café

Wer dieser Tage im Café des Liebieghauses einen Kaffee oder ein Glas Wein trinken will, der muss zwölf Euro Eintritt zahlen. Auch, ohne die Ausstellung des Künstlers Jeff Koons überhaupt zu besuchen.

Schon am Tor zum Liebieghaus-Garten braucht man jetzt eine Eintrittskarte. Foto: Rolf Oeser

Wo Frankfurt sich im Sommer trifft, an den wunderbar langen Abenden, um einen leichten Rotwein zu trinken, zu plauschen und von den guten hausgemachten Salaten zu kosten, das ist seit vielen Jahren ausgemacht. Natürlich im Café im Garten des Liebieghauses. Wo sich bequem die Zeitung studieren lässt oder man endlich ungestört Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ lesen kann …

Seit 20. Juni ist alles anders. Seit diesem Tag kostet es zwölf Euro, um das Café überhaupt zu erreichen. Denn der beliebte Treffpunkt ist über Nacht zum Teil der Ausstellung des US-Künstlers Jeff Koons geworden. Dessen Plastiken werden im Liebieghaus gezeigt – und eine Skulptur steht auch im Garten.

Und deshalb steht am Eingang des Liebieghaus-Gartens jetzt ein Kassenhäuschen, wo jeder Besucher einen Obolus von zwölf Euro entrichten muss – auch wenn er nur ins Café strebt.

Stammgäste haben ihrem Ärger gegenüber der FR Luft gemacht – oft in Worten, die sich nicht zitieren lassen. „Absolut unmöglich“ oder „völlig durchgeknallt“: Das sind gesellschaftsfähige Formulierungen.

Diejenigen, die tatsächlich zwölf Euro bezahlten, um ins Café zu gelangen, berichten von gespenstischer Leere dort, wo früher sonst im Sommer kaum ein freier Stuhl zu bekommen war. Der Umsatz müsse wohl massiv zurückgegangen sein. Und zu Koons wolle wohl kaum jemand.

Die Beschwerden seien bekannt, sagt Dorothea Apovnik, die Sprecherin des Liebieghaus-Chefs Max Hollein. Der Garten des Liebieghauses mitsamt dem Café habe „aus versicherungsrechtlichen Gründen“ als Teil der Koons-Ausstellung behandelt werden müssen. Eben wegen der einen Skulptur, die es zu schützen gelte. Am 6. Juli kommt es jetzt wegen der prekären Lage des Cafés zum Krisengespräch zwischen der Pächterin Doris Kaestner und der Liebieghaus-Verwaltung. Kaestner will sich vorher nicht äußern, um das Treffen nicht zu belasten.

Apovnik signalisiert am Ende Entgegenkommen: „Wir schätzen das Liebieghaus-Café und haben kein Interesse daran, ihm zu schaden. Wenn das Café große Einbußen erleidet, wird es Möglichkeiten einer Kompensation geben.“

Die Koons-Ausstellung dauert bis Ende September. Mit deren Besuch sei man „sehr zufrieden“, so die Sprecherin. Seit der Eröffnung der beiden Koons-Schauen im Liebieghaus und in der Kunsthalle Schirn hätten in beiden Häusern insgesamt 19000 Personen eine Kombi-Karte gelöst.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum