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Lange Nacht der Sterne Jupiter wartet schon

Auf dem Riedberg ist am Samstag die „Lange Nacht der Sterne“. Das Riedberg-Gymnasium und die Frankfurter Volkssternwarte präsentieren gemeinsam ein Programm. Dabei geht es auch um Anfang und Ende des Universums.

Himmelsgucker: Bruno Deiss vom Physikalischen Verein mit Sternwarten-Teleskop. Foto: Andreas Arnold

Man munkelt, die Sterne würden sich im Moment recht unbeobachtet fühlen, denn die Frankfurter Volkssternwarte ist aus ihrem Domizil vertrieben. Aber Merkur, Saturn und Co. sollen sich nicht täuschen – die Himmelsgucker können durchaus noch in die unendlichen Weiten blicken: Die „Lange Nacht der Sterne“ am heutigen Samstag auf dem Riedberg wird es beweisen.

Weil der Senckenberg-Museums- und Forschungskomplex in den nächsten Jahren umgebaut wird, musste der Physikalische Verein im Dezember nach mehr als 50 Jahren sein Quartier räumen. Mit seinen Teleskopen zog der Sternwartenbetreiber nach Bockenheim, ins Haus der Experiminta an der Hamburger Allee. Das große Hauptteleskop ist stillgelegt, bis der Verein zurück an die Senckenberganlage unter die Kupferkuppel zieht. Die Zeit nutzt er, um die Carl-Zeiss-Linse erneuern und die Mechanik aufbereiten zu lassen.

„Alles andere ist mobil“, sagt Bruno Deiss, Astrophysikprofessor und Wissenschaftlicher Direktor des Physikalischen Vereins. Das trifft sich gut, denn an diesem Samstag ist bundesweiter Astronomietag. Zu der Gelegenheit plant Physiklehrer Axel Gruppe ein spannendes Programm für die „Lange Nacht“ ab 19 Uhr im Riedberg-Gymnasium. Die mobilen Leute vom Physikalischen Verein halten Vorträge und helfen bei der Himmelsbeobachtung mit Teleskopen bis Mitternacht. „Jupiter ist gerade gut zu sehen“, schürt Deiss die Vorfreude, „und später wird der Mars blutrot aufgehen.“

Die Zusammenarbeit der Forscher mit dem Gymnasium soll keine einmalige Sache bleiben. In den Vorgesprächen habe sich die Schule „als idealer Ort für die Sternenfreunde im Exil herausgestellt“, berichtet Lehrer Gruppe: „Wir wollen den Astronomietag nutzen, um herauszubekommen, ob es auch am Riedberg ein Publikum dafür geben wird.“

1700-Mitglieder-Marke fast geknackt

„Wir können da Fernrohr-Veranstaltungen anbieten“, sagt Bruno Deiss. „Die Schule hat eine schöne Astro-AG.“ Ansonsten wandert der Physikalische Verein zurzeit zwischen den Schauplätzen. Vorträge werden im Saal des Bik-F-Forschungszentrums gehalten. Der Unterschied zum alten Gebäude ist durchaus spürbar: Zu den Abenden kommen gern einmal 250 Besucher – dann wird es bei Bik-F ziemlich eng.

Ohnehin ist der Verein sehr umtriebig, veranstaltet die bundesweit größten „Science-Slams“, also Wettbewerbe mit Kurzvorträgen, und geht momentan stark auf die 1700-Mitglieder-Grenze zu. Bruno Deiss hat den Ehrgeiz, die 2000 zu erreichen. „Wo sonst kann man schon sagen: Ich bin Mitglied in einem Verein, in dem auch Einstein und Humboldt waren?“, wirbt er.

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