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Landtagswahl in Hessen Klugscheißer-Tipps zur Frankfurter Wahl-Panne

Die Frankfurter Resultate bei der Landtagswahl stimmten nicht. Natürlich müssen wir da auch noch unseren Senf dazugeben.

Landtagswahl Hessen
Im Wahllokal Elly-Heuss-Schule in Wiesbaden trägt ein Wahlhelfer eine Wahlurne zur Auszählung. Foto: Michael Schick

Göpfert: Schachmatt! Ich habe gewonnen.
Leppert: Moment, mein Lieber, das Spiel ist erst vorbei, wenn es vorbei ist.
Göpfert: Äh. Warum räumst du jetzt alle Schachfiguren vom Brett?
Leppert: Damit ich sie danach neu aufstellen kann. Und zwar so, dass du schachmatt bist.

Ja, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik, Sie kennen ja die Sprüche: Die Oper ist erst vorbei, wenn die dicke Frau gesungen hat. Oder: Die Sitzung der Stadtverordneten ist erst beendet, wenn Horst Reschke von der AfD zum siebten Mal am Abend darauf hingewiesen hat, dass er früher mal Polizist war. Nun ja, und die Landtagswahl ist erst vorbei, wenn das endgültige, finale, nicht mehr zu beanstandende, von allen akzeptierte Endergebnis feststeht – und nicht, wenn die Frankfurter Resultate im Internet stehen, was dieses Mal spät genug war, aber das ist eine andere Geschichte.

„Ach, Volker, lass uns gleich eine Münze werfen“

Sie werden es ja gelesen haben oder in dieser Ausgabe noch lesen: In vielen Wahlbezirken musste das Ergebnis nachträglich deutlich korrigiert werden. Ob die SPD am Ende deshalb doch vor den Grünen landet? Wer weiß das schon. Am 16. November, so heißt es, könnte der Landeswahlleiter dazu was sagen. Na gut, sollen die Herrschaften in Wiesbaden halt noch ein bisschen mit den Koalitionsgesprächen warten. Oder sie unter Vorbehalt führen. „Also, Tarek, wenn ihr zweitstärkste Partei bleibt, bekommt ihr noch das Sozialministerium, sonst nur das Kultusministerium.“ „Ach, Volker, lass uns doch lieber gleich eine Münze werfen.“

Sorry, das war jetzt wieder mal polemisch. Aber klar ist doch, dass sich eine solche Panne nicht wiederholen darf. Im Römer werden sie sich gerade genau überlegen, wie sich die Ergebnisse hundertprozentig korrekt übermitteln und anschließend in die dafür entwickelten Computersysteme eintragen lassen. Nun, wir haben da jetzt auch gerade keine Lösung parat. Immerhin kommen hier unsere klugscheißerischen Tipps, welche Verfahren die Stadt n-i-c-h-t wählen sollte.

1.) Die Ergebnisse werden im Newsletter des städtischen Presseamts veröffentlicht. Problem dabei: Zu jedem der rund 400 Wahlbezirke müsste es ein Foto geben von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) neben der Urne. Diese Bilder nachzustellen, dürfte zwei Jahre dauern.

2.) Ein externes Unternehmen wird beauftragt, sämtliche Stimmzettel aus den Wahllokalen einzusammeln und in den Römer zu fahren. Schwierig, weil: Den Auftrag müsste die Stadt ausschreiben. In bester Sodexo-IGS-Nordend-Mensa-Tradition kommt es zu einem Ergebnis, das alle blöd finden, denn den Zuschlag erhält Ex-Müllsheriff Peter Postleb, der die Stimmzettel für Altpapier hält – und ab damit in den FES-Ofen in Heddernheim.

3.) Die Ergebnisse werden zuerst an die Römerbrief-Schreiber übermittelt. Denn wir treiben Schindluder damit, dichten Überschriften wie „Schwarz-Grün tut Hessen gut – aber wie lange noch?“ und behaupten, die SPD habe 30 Prozent geholt, damit der Stadtverordnete Thomas Bäppler-Wolf seine Wette verliert und in Unterhose über den Römerberg rennen muss.

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppert berichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

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