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Kunstverein Altstadtfeier mit Röhre aus Stahl

Der Kunstverein will mit einer Skulptur einen Kontrapunkt zur Altstadt-Ästhetik setzen.

Wenn Passanten und Touristen vom Dom in Richtung Römerberg laufen, steht ihnen zuerst das Erstaunen ins Gesicht geschrieben. Grund ist die neue Skulptur an der Fassade des Frankfurter Kunstvereins. „Die große Illusion“, eine über den Rand des Flachdachs geknickte Röhre aus hochglanzpoliertem Stahl. Schon nach kurzer Zeit bemerken die Schaulustigen, dass sie sich selbst in der Skulptur spiegeln. Ganz Smartphone- und Selfie-Generation wollen die meisten sich so auch gleich fotografisch einfangen, laufen umher und suchen den perfekten Winkel.

Diese Interaktion, das Spiel zwischen der statischen Skulptur und dem Leben auf der Straße, ist ganz im Sinne des Frankfurter Künstlerduos Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt. Die moderne Außenskulptur mit industrieller und einfacher Formsprache bilde einen markanten Kontrapunkt zu der detailverliebten Ästhetik der neuen Altstadt, sagt die Kuratorin Franziska Nori. Das Kunstwerk reflektiere gewissermaßen die historische Rekonstruktion. In dieser ironischen Funktion präsentiert sich das Kunstwerk auch auf dem Altstadtfest. Besonders in Szene gesetzt wird es durch eine Tanzperformance am Freitag- und Samstagabend jeweils von 19.30 bis 20.30 Uhr.

Tänzer im Fenster 

Die Choreographie stammt von Jacopo Godani. Die Dresden und Frankfurt Dance Company wird in der Abenddämmerung hinter den Fensterreihen für die Passanten sichtbar tanzen. Eine besondere Atmosphäre sollen die semi-transparenten Folien in den Fenstern des Parterres und ersten Stockwerks schaffen, die die 17 Tänzerinnen und Tänzer mal schemenhafter, mal klarer zeigen. Mithilfe von Neonlicht und elektronischen Klangeffekten sollen so lebendige Bilder im Einklang mit der statischen Außenskulptur entstehen. Weil sich all das gerahmt in den Bildausschnitten der Fenster abspielt, nennt Godani seine Tanzperformance „Framing Reality“.

Neben diesem Beitrag bietet das Altstadtfest natürlich auch viel, um das Historische zu feiern. Ein Bühnenprogramm mit faustischem Theater und Musik von der HR-Bigband bis zum Cäcilienchor und Opern-Highlights sorgt heute und morgen für viel Abwechslung. Den krönenden Abschluss soll die nächtliche Drohnen-Choreographie mit Lichtspiel und musikalischer Untermalung bilden, die am Samstag um 21.45 Uhr zu sehen ist.

Das Gebäude des Frankfurter Kunstvereins, Inbegriff für moderne Kunst, ist nun ironischerweise das älteste Haus in der neuen Altstadt. Das Steinerne Haus wurde in den 50er Jahren im gotischen Stil rekonstruiert und auch der Anbau ist in seiner schlichten, geometrischen und lichtdurchfluteten Gestaltung ganz im Geist der 50er Jahre entstanden.

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