Lade Inhalte...

Kunsthochschule in Franfurt Land Hessen übernimmt Städelschule

Jahrzehnte wurde politisch gerungen, nun steht fest: Das Land Hessen übernimmt ab dem 1. Januar 2019 die volle Trägerschaft der Städelschule von der Stadt Frankfurt. Die Autonomie der Hochschule soll weiter erhalten bleiben.

Philippe Pirotte, Direktor der Städelschule. Foto: Christoph Boeckheler

Nach Jahrzehnten des politischen Ringens steht fest: Die Städelschule wird eine Hochschule des Landes Hessen. Die volle Verantwortung für die weltweit renommierte Kunsthochschule übernimmt das Land am 1. Januar 2019, vorher gibt es eine Übergangsphase. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten Repräsentanten von Land und Stadt am Donnerstagmittag in der Kunsthalle Portikus in Frankfurt.

Von 2019 an gibt das Land jährlich vier Millionen Euro für seine neue Hochschule aus. Bislang muss die Stadt jährlich 3,97 Millionen Euro tragen. Die Pensionskosten der Städelschul-Professoren in Höhe von 600 000 Euro im Jahr und die 300 000 Euro jährlicher Zuschuss für den Portikus bleiben bei der Stadt.

Schon 2016 fließen eine Million Euro vom Land in die Städelschule, 2017 sind es dann zwei Millionen, 2018 drei Millionen. Die Stadt zieht sich aber nicht völlig zurück. Sie gibt vielmehr bis 2019 einen zusätzlichen Investitionszuschuss von drei Millionen Euro: Mit diesem Geld kann endlich die überfällige Sanierung der 1817 gegründeten Institution angegangen werden. Die Werkstätten müssen neu ausgestattet, die Technik und die Kantine saniert werden, wie der Direktor Philippe Pirotte sagte: „Wir sind die Kunsthochschule mit der schlechtesten Ausstattung.“

Pirotte hatte stets darüber geklagt, dass der städtische Zuschuss seit vielen Jahren eingefroren sei. Der hessische Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein (CDU) erinnerte daran, dass um die Zukunft der Hochschule „Generationen vor uns gerungen haben“. Alle Vertreter von Stadt und Land versicherten ein ums andere Mal, dass die Autonomie der Städelschule erhalten bleibe. „Diese Autonomie war für uns in den Verhandlungen selbstverständlich“, sagte der Frankfurter Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU). Und Rhein hielt fest: „Wir wollen nicht an den bewährten Strukturen rütteln, deshalb bleibt die Autonomie der Städelschule selbstverständlich erhalten“.

Langjährige Professoren der Städelschule wie Thomas Bayrle hatten sich besorgt gezeigt, dass das Land die Freiheit der Institution einengen könne. Auf die Frage, ob es eine „Zielvereinbarung“ für die Städelschule geben werde wie für die anderen hessischen Hochschulen auch, sagte Minister Rhein: „Darüber werden wir sprechen.“ Das Land Hessen sei aber erst dann ein wirkliches Kulturland, „wenn es junge Leute zu Künstlern ausbildet“. Mit den Neubauten für die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt und der Hochschule für Gestaltung in Offenbach verfüge das Land dann über „eine Trias der Kunsthochschulen“. Frankfurts Kämmerer Uwe Becker (CDU) urteilte: „Wir haben einen Knoten entflochten.“ Die Vereinbarung zeige, dass es jenseits des Streits um den Kommunalen Finanzausgleich „eine hervorragende Zusammenarbeit mit dem Land“ gebe.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen