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Kunstfestival Der Stoffel ist gesichert

Feines Essen, Musik und Lesungen: Das beliebte Stoffel-Festival im Günthersburgpark wird es auch in diesem Jahr wieder geben - allerdings mit einer kleinen Änderung zum Vorjahr.

In diesem Jahr wieder: das Stoffel-Festival ist für 2016 gesichtert. Foto: Rolf Oeser

Die tiefstehende Sonne an einem dieser warmen Sommerabende, dazu feines Essen, einen guten Apfelwein und etwas Musik inmitten des Günthersburgparks. Oder doch lieber eine Lesung? Das können die Besucher in diesem Jahr wieder selbst entscheiden – denn auch für 2016 ist das Stoffel-Festival gesichert, wenn auch mit einer kleinen Änderung zum Vorjahr.

So werde es einen halbruhigen Dienstag geben, erklärt Michael Herl vom ausrichtenden Stalburg-Theater, der das „ein freiwilliges Geschenk an die Nachbarschaft“ nennt. Denn an diesem Tag werde weniger Musik gespielt als an den anderen Tagen, „schließlich wollen wir ja niemandem etwas Böses“, sagt Herl. Eine Rücksichtnahme, die jedoch nichts am Charakter des Stoffels ändern werde, versichert Herl.

Dabei ist es schon die zweite Änderung in Folge an dem seit 2004 bestehenden Festival. Bereits im letzten Jahr war der „ruhige Montag“ eingeführt worden, als Antwort auf die Beschwerde einiger Anwohner über den hohen Geräuschpegel, der jedoch nie die zulässige Grenze überschritten habe. Weder lautstärke-mäßig noch zeitlich, sagt Herl. Wie seiner Bezeichnung zu entnehmen, ist der Montag noch anwohnerfreundlicher: „Da gibt es keinen einzigen Musikton“, erklärt Herl, stattdessen ausschließlich Wortbeiträge. Und auch mit den Getränken vom Fass sei um 21.30 Uhr Schluss.
Im letzten Jahr, so heißt es seitens des Ordnungsamt, hätten diese Auflagen zu einem Rückgang der Beschwerden geführt und weil das Festival „so zufriedenstellend abgelaufen ist“, werde an den Vorgaben festgehalten.

Neben dem „Dienstags-Geschenk“ zeigen sich die Verantwortlichen aber auch sonst bemüht. So soll in diesem Jahr in eine verbesserte Beschallungstechnik investiert werden. „Bei der geht der Schall mehr nach unten weg“, erklärt Herl, anwohnerschonender sei das.

Doch viele derjenigen, die in Nachbarschaft zum Günthersburgpark wohnen, scheinen sich sich gar nicht zu stören am Stoffel. Im Gegenteil. Um zu zeigen, wie beliebt und wichtig dieses in Deutschland einzigartige vierwöchige Festival mit rund 100 000 Besuchern ist, wurde eine Petition durchgeführt. 13 521 Bürger hätten unterschrieben, davon seien rund 80 Prozent aus dem Postleitzahlengebiet im Umkreis des Günthersburgparks gekommen, sagt Herl.

„Man sieht, der Stoffel ist von der Bevölkerung gewollt. Jetzt muss er nur noch politisch gewollt sein“, fordert Herl. Damit zielt er auf die Stadt, von der er sich mehr als die 15 000 Euro Zuschuss wünscht, die er derzeit erhält. Denn immerhin kosteten die vier Wochen zwischen 50 000 und 60 000 Euro, die sonst nur durch Gastronomie und Sponsoren gestemmt würden.

Geld von den Besuchern kommt allenfalls durch Spenden hinzu – der Eintritt bleibt frei. Dafür werden den Zuschauern Künstlern aus der ganzen Republik geboten, aus den Bereichen Theater, Musik, Literatur und Kabarett. „Wir haben rund 80 Bewerbungen“, sagt Herl. Damit könne man von Juli bis Dezember durchspielen, jeden Abend.

„Wir können leider nur rund fünf Prozent zusagen“, erklärt der künstlerische Leiter. Das werde in den kommenden Wochen geschehen, so dass Ende April das Programm bekanntgegeben werden kann. Der genaue Termin steht schon: Vom 15. Juli bis zum 14. August wird der Günthersburgpark wieder zur kulturellen Hochburg. Etwas später als sonst, „weil vorher noch die Europameisterschaft ist“, sagt Herl.

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