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Kunstaktion der Städelschule Polizei muss Kunstaktion aushalten können

Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill hat die Kunstaktion mit dem ausgebrannten Polizeiauto scharf kritisiert. Er hätte die platte Provokation mit mehr Gelassenheit ertragen sollen. Ein Kommentar.

Ausstellung in Frankfurt
Ausgebranntes Polizeiauto, Teil eines Kunstwerkes der Künstlergruppe „Frankfurter Hauptschule“. Foto: peter-juelich.com (peter-juelich.com)

Die Gruppe „Frankfurter Hauptschule“ kann zufrieden sein. Ihre provokante Kunstaktion, bei der ein vermeintliches Polizeiauto verbrannt und im Bahnhofsviertel platziert wurde, hat scharfe Kritik von Vertretern der Staatsmacht hervorgerufen – so, wie die Gruppe es wohl erhofft hatte. Polizeipräsident Gerhard Bereswill sieht die Grenze der Kunstfreiheit überschritten und äußert Befremden, dass so etwas im Städel gezeigt wird. Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) geißelt die Aktion als „menschenverachtende Provokation“.

Sicher kann man darüber streiten, ob die Kunstaktion, die in der Tat etwas plump-pubertär daherkommt, eine künstlerisch wertvolle Position darstellt. Und ein Polizeipräsident, der bei alldem vielleicht an die brennenden Streifenwagen bei Blockupy denken muss, soll sich schützend vor seine Leute stellen. Aber den Kunstcharakter der Aktion in Abrede zu stellen und öffentlich Druck auf die Städelschule zu machen, ist etwas anderes als etwa das Urteil, es handle sich hier um schlechte Kunst.

Die Polizei steht für die Macht des Staates und sein Gewaltmonopol. In einer Demokratie muss sie es aushalten, auch mit drastischen Mitteln thematisiert zu werden. Man würde Frankfurt Polizeichefs und Innenpolitiker wünschen, die platte Provokationen mit etwas mehr Gelassenheit ertragen – und der „Frankfurter Hauptschule“ eine Kritik nach den Maßstäben der Kunst.

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