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Kunstaktion der Städelschule Ausgebranntes Polizeiauto „menschenverachtend"

Der Frankfurter Ordnungsdezernent Markus Frank fühlt sich provoziert - und nennt die Kunstaktion von Städelschülern „abstoßend und geschmacklos“.

Ausgebranntes Polizeiauto
Die Künstlergruppe „Frankfurter Hauptschule“ hatte ein ausgebranntes Polizeiauto im Bahnhofsviertel plaziert. Foto: Peter Jülich

Die Städelschule steht weiterhin unter heftigem Druck wegen der Kunstaktion des Künstlerkollektivs „Frankfurter Hauptschule“, dessen Mitglieder an der Städelschule studieren. Sie hatten ein vermeintliches Polizeiauto abgebrannt, im Bahnhofsviertel platziert und anschließend beim Städelschul-Rundgang auf dem Hof der Kunsthochschule gezeigt.

Der Frankfurter Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) sprach nun von einer „menschenverachtenden Provokation“. Sie drücke „Respektlosigkeit gegenüber Polizeibeamten und Suchtkranken“ aus. Im Video zur Aktion hatten die Künstler ein Szenario mit „vercrackten Zombies“ und dem „Rauch ausbrennender Einsatzwagen“ geschildert. Frank nannte das „geschmacklos“. „In Zeiten, in denen wir dankbar sind für engagierte Menschen, die Uniform anziehen und sich in den Dienst der Gesellschaft stellen und damit ihre soziale Kompetenz unter Beweis stellen, ist diese Aktion besonders abstoßend“, sagte er.

Zuvor hatte der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill die „angebliche Kunstaktion“ als „geschmacklos“ bezeichnet. Er sehe darin einen „Aufruf, der Übergriffen und Gewalttaten auf Polizeibeamte den Boden“ bereite. „An dieser Stelle endet für mich die künstlerische Freiheit“, sagte er. „Hilfebedürftige Suchtkranke“ würden zu „Zombies“ herabgewürdigt. Bereswill kritisierte außerdem, dass die Städelschule die Aktion „offensichtlich“ unterstütze und fördere.

Der Rektor der Städelschule, Philippe Pirotte, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. „Wir wollen die Reaktionen nicht kommentieren“, sagte ein Sprecher auf Anfrage der FR. Er korrigierte allerdings einen Satz, mit dem die Frankfurter Rundschau Philippe Pirotte zitiert hatte. „Wir haben den Abschleppdienst bezahlt“, hatte Pirotte der FR wortwörtlich gesagt. „Nicht wir als Städelschule, sondern die Künstler haben den Abschleppdienst bezahlt“, sagte der Sprecher nun.

Während sich die Städelschule mit offiziellen Aussagen zurückhält, wird hinter vorgehaltener Hand verwundert auf die Aussagen des Polizeipräsidenten und des Stadtrats reagiert. So gebe es weitaus drastischere Darstellungen von Gewalt gegen Menschen und Objekte in der Geschichte der Kunst. Verwiesen wird auch auf die Freiheit der Kunst, die durch Artikel 5 Absatz 3 des Grundgesetzes gedeckt ist.

Das ausgebrannte Autowrack war von Donnerstag bis Sonntag auf dem Rundgang der Städelschule zusehen, an dem Tausende teilnahmen. Die „Frankfurter Hauptschule“ hatte in den vergangenen Jahren mit einer Heroin-Performance im Bahnhofsviertel und der Aufforderung, die Liebesschlösser am Eisernen Steg zu entfernen, für Aufsehen gesorgt. Zur Herkunft des Wagens hatten die Künstler keine Angaben gemacht. Derzeit stehe das Auto noch auf dem Hof, sagte der Sprecher. Es werde in den kommenden Tage entfernt.

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