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Kulturmut in Rhein-Main Erfolg mit Kultur-Crowdfunding

Die „Kulturmut“-Kampagne sammelt 400 000 Euro für 28 Projekte in Rhein-Main ein. Davon profitiert unter anderem auch das Künstlerhaus Atelierfrankfurt.

Kultur-Crowdfunding
Musiker aus aller Welt spielen bei den geförderten Bridges Musik-Sessions. Foto: Veranstalter/Paul Williams

Sie habe einen „Luftsprung“ gemacht, als sie von der Förderung erfahren habe, sagte Corinna Bimboese, die Leiterin des Künstlerhauses Atelierfrankfurt. Mit dem Geld, das bei der Crowdfunding-Kampagne „Kulturmut“ zusammengekommen sei, könne sie ab Juni Ausstellungen mit Künstlerinnen organisieren.

Es ist nur eines von 28 Projekten, die die Aventis-Stiftung und der Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main nach Ende der „Kulturmut“-Kampagne auf der Internetplattform Startnext nun mitfinanzieren. Vier Projekte hätten sich selbstständig finanzieren können, so viel Geld sei zusammengekommen, sagte Eugen Müller von der Aventis-Stiftung. „Das Erschließen des Internets wirkt sich positiv auf die Kulturförderung aus.“

Im Durchschnitt hätten die zahlreichen Förderer rund 36 Euro eingezahlt; die meisten Unterstützer seien zwischen 24 und 34 Jahre alt gewesen.

„Beim Crowdfunding helfen viele mit kleinen Summen“, sagte Helmut Müller, der Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main. Die Kampagne sei eine „zusätzliche Säule“ der Kulturfinanzierung.

Ab Herbst 2018 werde sie nicht mehr einen Zeitraum im Jahr, sondern das ganze Jahr über laufen. Damit werde eine kontinuierliche Förderung ermöglicht. Drei Mal im Jahr soll eine Jury über ausgewählte Projekte entscheiden.

„Wir können Experimente starten, Risiken eingehen“, sagte Eugen Müller von der Aventis-Stiftung. Er betonte, dass in den vergangenen Jahren vier von fünf teilnehmenden Projekten gefördert worden seien. Dazu zählten Musikinitiativen, Filmprojekte, Bildende Kunst, aber auch Theater, Tanz, Ausstellungen, Bücher, Fotografie.

Die Förderung betrage pro Projekt etwa 5000 bis 20 000 Euro, sagte Helmut Müller vom Kulturfonds. Dies seien im Verhältnis zu den sonstigen Förderungen eher kleinere Projekte, die der Kulturfonds vor der Kampagne so nicht auf dem Schirm gehabt hätte.

Durch die permanente, ganzjährige „Kulturmut“-Kampagne soll ein neues Publikum erschlossen, sollen also mehr Förderer angesprochen werden. Der Kulturfonds will sich weiterhin daran beteiligen,

Das Lichter Filmfest hatte in den vergangenen Jahren auch bei „Kulturmut“ mitgemacht. Nun habe das Filmfestival in Frankfurt über eine eigene Startnext-Kampagne rund 20.000 Euro eingeworben - und damit mehr als im Rahmen von „Kulturmut“. Bei der jetzigen Kampagne hatten sich rund 3600 Unterstützer beteiligt. Sie zahlten rund 150 000 Euro ein; hinzu kamen 250 000 Euro Preisgeld der Aventis-Stiftung und des Kulturfonds.

Finanziert wurden die Projekte, die beim Crowdfunding am erfolgreichsten waren. In den vergangenen fünf Jahren wurden dabei 265 Kulturprojekte gefördert. 1,8 Millionen Euro kamen zusammen.

Aus „Kulturmut“ ist nun auch eine neue Konzertreihe zu den Werken des Frankfurter Komponisten Georg Philipp Telemann hervorgegangen: Das Eröffnungskonzert ist am Sonntag, 6. Mai, um 18 Uhr im Main-Forum in der Wilhelm-Leuschner-Straße.

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