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Kulturhauptstadt Frankfurt soll Kulturhauptstadt werden

Die Idee von OB-Kandidatin Bernadette Weyland findet Unterstützung bei Planer Albert Speer. Nun will die CDU die Römer-Koalition überzeugen

Historisches Museum
Frankfurt hat viel Kultur zu bieten, wie das neue Historische Museum. Foto: Peter Juelich

Eine Idee macht Furore. Der Vorschlag von OB-Kandidatin Bernadette Weyland, Frankfurt möge sich als europäische Kulturhauptstadt bewerben, findet die Zustimmung von Stadtplaner Albert Speer. Der 82-Jährige, der als einer der renommiertesten Planer der Welt gilt, spricht von einer „guten Idee“.

Frankfurt, so Speer, habe nach wie vor ein beträchtliches Problem mit seinem Image. Sowohl bei der Lebensqualität wie auch bei der Kultur liege das Ansehen der Stadt weit unter dem tatsächlichen Wert.

Deutschland ist innerhalb der Europäischen Union (EU) im Jahre 2025 als ausrichtendes Land für die Kulturhauptstadt vorgesehen. Eine Kommune muss sich deshalb bis 2019 bei der EU bewerben. Die Kulturhauptstadt kann mit erheblicher finanzieller Unterstützung der EU rechnen.

„Gewaltiger Sprung nach vorne“

Die CDU-Fraktion im Römer hat sich bereits hinter die Idee von Parteifreundin Weyland gestellt. Die Stadtverordneten votierten einstimmig für den Vorschlag. Die CDU will jetzt prüfen, ob im städtischen Haushalt 2018 ein Posten für die Bewerbung geschaffen werden kann. Dazu müssten sich freilich die Koalitionspartner SPD und Grüne hinter die Idee von Weyland stellen.

Der kulturpolitische Sprecher der CDU, Thomas Dürbeck, urteilte, Frankfurt habe in den zurückliegenden zehn Jahren als Kulturstadt „noch einmal einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht“.

Dürbeck nannte als Beispiele die Dependance für das Museum für Moderne Kunst und den Erweiterungsbau für das Jüdische Museum, aber auch die Frankfurter Lyriktage und das Literaturfest Open Books.

Durch die Eröffnung des Romantik-Museums 2019 und des neuen Historischen Museums in diesem Herbst sowie durch die Entscheidung über die Zukunft der Städtischen Bühnen werde dieser „äußerst dynamische Prozess“ andauern.

Die Bewerbung als Kulturhauptstadt sei auch ein harter Standortfaktor. So könnten dadurch die Chancen steigen, als Folge des Brexits Arbeitsplätze von London nach Frankfurt zu verlagern.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) versage bei der Aufgabe, Frankfurts kulturelle Vorzüge herauszustellen, „auf ganzer Linie“.

Dürbeck forderte, die gesamte Rhein-Main-Region in eine Bewerbung Frankfurts als Kulturhauptstadt mit einzubeziehen. „Goethehaus. Mathildenhöhe, Rheingau-Musik-Festival und Brüder-Grimm-Festspiele müssen zusammen gedacht werden.“ Die Bewerbung könne über den Kulturfonds Frankfurt-Rhein-Main organisiert werden.

Weyland hob als positives Beispiel die Stadt Essen hervor. Sie war im Jahre 2010 gemeinsam mit 53 Städten des Regionalverbandes Ruhr Kulturhauptstadt gewesen. Erstmals wurde damals eine gesamte Region von der EU in den Fokus gerückt. Das Motto lautete „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel.“

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