Lade Inhalte...

Kultur in Frankfurt Theater Willy Praml bleibt in Naxoshalle

Der Mietvertrag für das denkmalgeschützte Gebäude soll um zehn Jahre verlängert werden.

Probenbesuch beim Theater Willy Praml
Probe für ein Stück im Theater WIlly Praml, das zur Zeit über den Dächern der Naxoshallen spielt. Foto: Monika Müller

Für Willy Praml ist es ein Ereignis, auf das er schon lange gewartet hat. Die Stadt will den Mietvertrag für die Naxoshalle mit seinem Theater verlängern, um zehn Jahre, von Januar 2019 an, mit der Option auf eine Verlängerung um weitere fünf Jahre ab 2029.

„Das gibt uns Planungssicherheit“, sagt der 76-jährige Theaterchef. Schon mit Oberbürgermeisterin Petra Roth habe er einst über einen solchen langfristigen Mietvertrag für die ehemalige Fabrikhalle in der Waldschmidtstraße 19 verhandelt. Unterschrieben sei der Vertrag noch nicht. Die Stadt und das Theater müssten noch die letzten, entscheidenden Details aushandeln, die monatliche Miete und die Nebenkosten.

370 Veranstaltungen im Jahr

3000 Euro Miete plus 1200 Euro Nebenkosten im Monat soll das Theater an die Stadt zahlen - so die Vorstellung des Liegenschaftsamts. Der zuständige Dezernent Jan Schneider (CDU) hat die Stadtverordneten darüber informiert; sie müssen der Magistratsvorlage zustimmen. Ende September soll der Vertrag unterschrieben sein.

„50 400 Euro im Jahr - für uns ist das eine Menge Geld“, sagt Willy Praml. Ihm sei wichtig, dass „die Nebenkosten als Pauschale festgelegt werden, damit sie nicht aus dem Ruder laufen“. Unklar sei noch, wie das Studio Naxos, das zu etwa einem Drittel der Zeit die Halle belege, und das Naxos-Kino an den Kosten beteiligt werden sollen.

Das Naxos-Kino zeigt jeden Dienstag um 19.30 Uhr eine Dokumentation mit anschließendem Filmgespräch, das nächste Mal „The End of Meat“ am 14. August über eine Welt ohne Fleisch.

Im Studio Naxos führen junge Theatermacher ihre Arbeiten auf, bald im Rahmen der Festwoche zu „Goethe und die Musik“ vom 6. bis 16. September. Dann läuft „Johannes Faustus“ von Hanns Eisler; Premiere ist am 13. September.

Insgesamt gebe es rund 370 Veranstaltungen pro Jahr in der denkmalgeschützten Halle aus der Zeit von 1906/07, sagt Praml, der selbst wieder Regie führt. „Wir haben noch ein paar Wochen Zeit für die Proben.“

Das neue Stück, das ebenfalls im Programm der Goethe-Festwoche läuft, heißt „Walpurgnisnacht. Eine deutsche Höllenfahrt“. Im Zentrum stehe die Walpurgnisnachtszene aus Goethes „Faust“ sowie die von Goethe gestrichenen, „etwas obszönen“ Zusätze, die Paralipomena. Sie will Praml mit dem Hexennachtmythos und Texten wie Alexander Kluges Buch „30. April 1945“ zu Hitlers Selbstmord verknüpfen.

Als Sounduntermalung spreche ein Frauenchor, ein Männerchor singe, drei Schlagzeuger trommelten. „Dem Verschütteten, Unterdrückten in unserem Bewusstseinszustand heute“ wolle er auf die Schliche kommen, sagt Praml. Premiere ist am 7. September.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen