Lade Inhalte...

Kultur in Frankfurt Kultur für alle – oder lieber nicht?

Niederschwelligkeit ist das Thema der „Frankfurter Hausgespräche“ in diesem Jahr. Dabei geht es um die Frage, wie Kulturangebote für alle erreichbar gemacht werden können. Die erste Veranstaltung ist am 18. Mai.

Das Literaturhaus in Frankfurt. Foto: Andreas Arnold

Kultur für alle, Bildung für alle, Teilhabe aller an allem: Das Internet hat uns näher dorthin gebracht – aber nur jene, die auch Zugang zum Internet haben. Zugleich macht der Begriff Niederschwelligkeit die Runde. Er beschreibt das Ziel, Schwellen und Hürden so niedrig zu machen, dass Kulturangebote für alle erreichbar sind. Niederschwelligkeit ist daher auch das Thema der Reihe „Frankfurter Hausgespräche“ in diesem Jahr mit vier Abenden zu vier Kulturthemen.

2010 gestartet, beschäftigen sich die Hausgespräche mit Sprache, Werten, Menschenrechten. Diesmal, in der mittlerweile siebten Auflage, stellt sich unter anderem die Frage: „Bewegen wir uns auf eine zu große Lockerheit zu und damit auf eine gewisse Beliebigkeit?“, wie Roland Kaehlbrandt fragt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, einer der fünf veranstaltenden Organisationen. „Oder bedeutet Niederschwelligkeit die Befreiung des Kulturbegriffs von seiner elitären Haltung?“

Zum Auftakt der Reihe am 18. Mai geht es im Goethehaus um die Sprache selbst: Forscher, Lehrer, Schüler diskutieren. „Zu allen Zeiten hat es jemanden gegeben, der sich sorgte, dass die Sprache verfällt“, sagt Goethehaus-Leiterin Anne Bohnenkamp-Renken. „Aber das relativiert sich, wenn man genug historische Distanz zu der Sache hat.“

Sponsoren und einfache Sprache

„Musik für alle“ heißt die zweite Etappe im Holzhausenschlösschen – und da senkt der ehrwürdige Kulturtempel seine Schwelle so weit, dass sogar eine Show zum Thema wird, die Breakdance zu Bach-Musik aufführt, das Ganze unter dem Namen eines Sponsors aus der Wachmacherbrausebranche. Ein klarer Niveau-Limbo? Clemens Greve, Geschäftsführer der Bürgerstiftung im Schlösschen, sieht es nicht so. Er freut sich auf die Chance, am 25. Mai mit dem Publikum Filmbeiträge anzusehen und „crossover zu diskutieren“.

Einfache Sprache steht auch am dritten Abend der Reihe im Literaturhaus zur Debatte. Dann wird es um Bücher wie „Tschick“ und „Der alte König in seinem Exil“ gehen, die jeweils so „übersetzt“ wurden, dass sie leichter zu verstehen sein sollen – auf jeden Fall sind sie dünner als die jeweilige Originalausgabe. Was davon zu halten ist, besprechen am 1. Juni unter anderen König-Autor Arno Geiger und Einfache-Sprache-Übersetzer Uwe Lubrich.

Zum Abschluss am 8. Juni wird dann die Religion im Haus am Dom zur Sprache kommen. Hausherr Joachim Valentin ist gespannt, was sich entwickelt, wenn die „christliche Intellektuellenreligiosität auf die muslimische Massenreligiosität trifft“ – und erwartet an dem Abend viel mehr Muslime als sonst zu Haus-am-Dom-Veranstaltungen. Ob das Thema der Reihe, die Niederschwelligkeit, auch dazu führt, dass diesmal zu allen vier Abenden ein anderes Publikum als üblich kommt, da gehen die Meinungen freilich auseinander.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen