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Kultur in Frankfurt Ein Podcast erklärt die digitale Welt

Das Museum für Kommunikation vermittelt Wissen über eine neue Website und macht Bestände online zugänglich.

Museum fuer Kommunikation
Kurbeln, dann sprechen: Wandtelefon in der Dauerausstellung. Foto: Renate Hoyer

Schüler laufen durch die Dauerausstellung im Museum für Kommunikation, betasten die Postkutsche, greifen zum Wandtelefon, bestaunen den Telegrafen. Zwischendurch schauen manche aufs Handy – freies WLAN bietet das Haus schon länger an. Nun will das Museum stärker in die Digitalisierung investieren. „Die digitale Transformation ist von der Wirkung her wie die industrielle Revolution“, sagt Museumsleiter Helmut Gold. „Nur wir sind mittendrin.“

Zum digitalen Wandel hat das Museum ein Konzept erarbeitet. Wenn zum Beispiel am 20. November ab 18 Uhr mehrere Fachleute über „Social Media jenseits von Facebook & Co.“ sprechen, wird die Veranstaltung auf der neuen Website www.lebenx0.de als Live-Stream übertragen. Außerdem geben Mitarbeiter ab Dezember monatlich einen kuratierten Newsletter heraus, der sich an medieninteressierte Eltern, Großeltern und Lehrer richtet. „Unserer Medienpädagogen klären in Workshops schon länger über Themen wie Mobbing im Internet oder Sexting auf“, sagt Mitarbeitern Tine Nowak.

Anfang 2019 startet ein Podcast, der Begriffe aus der digitalen Welt vermittelt. Was bedeutet eigentlich „Gamification“, was sind „Bots“, was ist mit „Semantic Web“ gemeint? Aus Dutzenden Fachwörtern können sich Interessierte auf der neuen Internetseite für zwölf Begriffe entscheiden, die anschaulich erklärt würden – „mit dem Hintergrund des Museumswissens “, sagt Nowak.

Die digitale Strategie der Museumsstiftung Post und Telekommunikation (MSPT), zu der die Museen in Frankfurt, Nürnberg und Berlin gehören, geht noch weiter: Gemeinsam mit „Google Arts und Culture“ wurden 350 Objekte aus dem Sammlungsbestand mit hochauflösenden Bildern und Erklärtexten im Internet veröffentlicht. „Das ist eine weitere Möglichkeit, uns zu präsentieren“, sagt Stiftungsmitarbeiterin Melanie Lauer. Im kommenden Jahr soll es „Street-View-Rundgänge“ durchs Museum geben – wenn die Frage der Rechte geklärt sei. An die Deutsche Digitale Bibliothek übermittle die Stiftung Datensätze zu Sammlungsobjekten aus den Depots, damit diese der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könnten – so etwa von Briefmarken aus dem Ersten Weltkrieg.

Das bedeute nicht, dass der digitale Wandel die Museen kannibalisieren soll. „Das Reale hat nach wie vor Vorrang“, sagt Direktor Gold, der auch die Stiftung leitet. Sogenannte Digitalisate seien als Häppchen zu verstehen, die Lust machen sollen auf den Museumsbesuch. „Das Ziel ist es, Erlebnisse im Raum zu haben.“ Rund 120 000 Besucher seien zuletzt jährlich in das Haus am Schaumainkai 53 gekommen, vor allem Familien und Schulklassen. Seit die Dauerausstellung vor einem Jahr eröffnet habe, stiegen die Zahlen weiter an.

Der digitale Wandel sei auch „trial and error“, (engl. Versuch und Fehler) sagt er, und erinnert an „Second Life“, eine vormals beliebte, virtuelle 3-D-Welt, bei der auch das Museum einst aktiv war. „Wenn es nicht mehr so läuft, können wir uns wieder davon verabschieden.“

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