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Künstlerclub Frankfurt Frischer Wind im Gartenhaus

Der Frankfurter Künstlerclub feiert sein 60-jähriges Bestehen und will moderner werden. Er will jüngeren Künstlern ein Forum und seinen Gästen ein neues Programm bieten. Für das kommende Jahr sind bereits 72 Veranstaltungen geplant.

Der neue Vorstand des Frankfurter Künstlerclubs im Nebbienschen Gartenhaus, Hartmut Lehmann (li.) und Guenther Uttecht. Foto: Andreas Arnold

Durch die offenen Fenster weht ein leichter Wind. In dem historischen Gebäude ist das Geplätscher des Florentinerbrunnens zu hören. Von der Hitze ist im Nebbienschen Gartenhaus in der Bockenheimer Anlage zwischen Eschenheimer Turm und der Alten Oper ist nichts zu spüren. Doch nicht nur die Türen und Fenster sollen künftig weiter geöffnet werden, sagt Guenther Uttecht, der neue Vorsitzende des Frankfurter Künstlerclubs (FKC). Der Club will sich auch in seinem Programm moderner zeigen.

„Wir wollen in alle Richtungen gehen und Neues wagen“, sagt Uttecht. Neulich habe es ein Gitarren- und Akkordeonkonzert gegeben. Das wurde gut angenommen. Auch die Jazzkonzerte seien ein Erfolg. „Wir mussten sogar Stühle rausstellen“, freut er sich. Das will der Club fortsetzen. Sie wollen jüngeren Künstlern ein Forum bieten. Zum ersten Mal nimmt der Club zudem an der Luminale teil. In den letzten Jahren hätten sich die Mitglieder des Künstlerclubs verjüngt, sagt Uttecht. Das sei auch notwendig, „wir brauchen Nachwuchs“.

Seit März hat der Club einen neuen Vorstand. Uttecht löste gemeinsam mit Betty Nieswand und Hartmut Lehrmann die drei früheren Vorsitzenden ab. „Nach langem Überlegen habe ich mich bereiterklärt, die Position zu übernehmen“, sagt Uttecht. Dem Journalisten und Fotografen ist klar, dass die neue Aufgabe viel Arbeit bedeutet, „das könnte eine 40-Stunden-Woche werden“. Viele Ehrenamtliche helfen zusätzlich.

Der Club wurde mit dem Ziel gegründet, Kunstschaffenden und Kunstfreunden eine Plattform zum gemeinsamen Austausch zu bieten. Er will zudem angehende und noch nicht etablierte Künstler fördern. Die rund 400 Mitglieder sind Musiker, Maler, Schauspieler oder Schriftsteller etc. Der Verein organisiert Lesungen, Konzerte und Ausstellungen, die in dem klassizistischen Haus von 1810 gezeigt werden. Die Veranstaltungen sind kostenfrei, der Club ist auf Spenden angewiesen. Der Zuschuss von der Stadt ist gering, auch die jährlichen Mitgliedsbeiträge von 50 Euro sind nicht hoch.

Nähe zum Publikum

Viel zahlen können sie den auftretenden Künstlern nicht. Uttecht ist überrascht, wie viele Künstler sich für einen Auftritt bewerben. Vor kurzem fragte gar ein Musiker aus Kanada an. „Das Besondere an unseren Veranstaltungen ist die Nähe zwischen den Kunstschaffenden und dem Publikum“, sagt Uttecht. Die Künstler kämen tatsächlich mit den Zuschauern ins Gespräch, das schätzten beiden Seiten. Oft entwickelten sich Gespräche und Diskussionen im Anschluss. Da sei oft nicht mal das Glas Wein nötig, das sie ausschenkten. „Nach einem Jazz-Konzert kann es schon vorkommen, dass die Menschen bis nach Mitternacht bleiben, um sich zu unterhalten.“ Dieses Zusammenkommen will auch der neue Vorstand weiter betreiben und noch ausbauen.

Für das kommende Jahr sind bereits 72 Veranstaltungen geplant. Schriftsteller Jan Seghers ist eingeladen und der Club beteiligt sich bei dem Lesefestival Frankfurt liest ein Buch. Klassische Konzerte wird es ebenso wie Musik von zeitgenössische Komponisten geben, das Hessische Jugendorchester tritt mit seinem Streichquartett auf.

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