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Kriminalität in Frankfurt Gefährlicher Spinner aus Fernost

Der Zoll beschlagnahmt am Frankfurter Flughafen 35 Tonnen „Fidget Spinner“. Die Kreisel haben Klassenzimmer und Pausenhöfe erobert.

Fidget Spinner
Das Spielzeug wird zwischen den Fingern gedreht. Foto: Silas Stein (dpa)

Nach wie vor wird vielerorts über Sinn und Zweck der sogenannten Fidget Spinner gerätselt, die in den vergangenen Wochen in tuberkulöser Viralität Klassenzimmer und Pausenhöfe erobert haben. Eine bislang wenig diskutierte mögliche Erklärung wäre, dass es sich um eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme des Zolls handelt.

Das Zollamt Fracht am Flughafen hat nach eigenen Angaben allein im Monat Mai ungefähr 35 Tonnen des angesagten Spielzeugs beschlagnahmt – geht man von einem durchschnittlichen Gewicht der Kreisel von knapp 40 Gramm aus, dürfte allein die Ausbeute eines Monats hart an der Millionengrenze liegen.

„Dieses Spielzeug hätte gerade für kleine Kinder eine Gefahr bedeuten können: So ließen sich zum Beispiel bei den Kreiseln die LED-Lichter leicht herauslösen, so dass diese verschluckt werden könnten. Außerdem fehlten die zum Schutz der Verbraucher vorgeschriebenen CE-Kennzeichnungen, lesbare Gebrauchsanweisungen sowie Modellnummern zur näheren Beschreibung und Identifizierung des Spielzeugs. Es gab auch keine Hinweise auf Firmen oder Personen, die für das Produkt verantwortlich sind, weder auf der Verpackung, noch auf dem Spielzeug“, sagt Christine Straß vom Frankfurter Hauptzollamt.

Wobei das Fehlen einer Gebrauchsanweisung noch am ehesten zu verschmerzen wäre. Beim Fidget Spinner (vom englischen fidget = Unruhe und spinner = Kreisel) handelt es sich um ein Spielzeug, das ein wenig einem Wurfstern ähnelt. Er wird zwischen Daumen und Zeigefinger beziehungsweise Mittelfinger gehalten und mit der anderen Hand in Rotation versetzt. Je nach Qualität des Kugellagers dreht sich der Kreisel mehr oder weniger lang – Experten können das Teil währenddessen werfen, balancieren oder die Haltefinger wechseln.

Einfache Spinner gibt es für fünf Euro, für höherwertige Exemplare werden auch schon mal 30 Euro gezahlt. Höherwertig sind die vom Zoll beschlagnahmten Kreisel nicht, es handelt sich zumeist um Billigware aus China oder Taiwan. Nach Angaben der mannigfachen Hersteller sollen die Kreisel gut für die Konzentration sein und gar gegen ADHS oder Autismus helfen – der wissenschaftliche Beweis dafür ist ähnlich evident wie der für die Wirksamkeit von Globuli. In Frankfurt wird der Trendkreisel nicht bloß in Spielzeugläden, sondern auch an Wasserhäuschen und sogar in Blumenläden verkauft.

Die beschlagnahmten Spinner sollen nun samt und sonders vernichtet werden. Doch nicht allein die Kreisel lassen die Zollmitarbeiter in Frankfurt rotieren. Im vergangenen Jahr kam es beim Hauptzollamt   bei 6336 Aufgriffen zur Sicherstellung von 191 243 Waren wie etwa Einwegkameras, Rauchmelder, Handy-Ladegeräte, Kanülen, Haarglättstäbe und Smartwatches. Bei der durch den Zoll angeregten Prüfung durch die zuständigen Überwachungsbehörden wurden sie als gefährliche Erzeugnisse eingestuft.

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