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Krankenhäuser in Frankfurt OP-Roboter hilft Chirurgen

Das Markus-Krankenhaus in Frankfurt nutzt künftig Maschine für urologische Eingriffe.

Markus-Krankenhaus in Frankfurt
Georg Bartsch bedient die vier Arme des OP-Roboters mit Hilfe der Steuereinheit. Foto: peter-juelich.com

Langsam bewegen sich die beiden Arme mit den Greifzangen nach vorne. Der linke greift einen Ring und führt ihn nach oben über eine gewundene Metallschiene. Als er nicht mehr weiterkommt, übernimmt der rechte Arm den Ring und führt ihn weiter. Alle Bewegungen werden von einem Chirurgen gesteuert, der nur wenige Meter weiter an der Steuerungseinheit des neuen OP-Roboters des Agaplesion-Markus-Krankenhauses sitzt. Die Maschine wird bald bei echten Operationen an Menschen zum Einsatz kommen.

Nicht nur die roboterassistierte Chirurgie ist damit neu im Krankenhaus in Ginnheim, sondern auch die passende Expertise in Person von Georg Bartsch. Der 45-Jährige ist seit November Direktor der Klinik für roboterassistierte Urologie und Uroonkologie. Bartsch ist gebürtiger Innsbrucker und arbeitet seit gut sieben Jahren mit dem OP-Roboter Da Vinci. In zwei Jahren soll er dann Chefarzt der Urologie werden und somit Michael Sohn beerben.

„Der OP-Roboter ist ein System der Telemedizin und ist eigentlich eine Verlängerung der Bewegungen des Chirurgen“, erläutert Michael Sohn. Er arbeite nicht selbstständig und der Operateur bleibe jederzeit Herr des Geschehens. Zu Problemen wie Anfang der 2000er Jahre mit dem „Robodoc“, der bei Hüftoperationen eingesetzt wurde und zahlreiche Menschen verletzte, werde es nicht kommen. Der technische Helfer wird nicht nur in der Urologie zur Anwendung kommen. „Wir starten interdisziplinär“, sagt Sohn. Demnach sollen weitere Abteilungen die rund zwei Millionen teure Ausstattung samt Da Vinci nutzen. Vier Fachgebiete kämen dafür infrage: Urologie, Allgemeinchirurgie, Gynäkologie und Thoraxchirurgie. Alle würden von der hohen Präzision des Gerätes profitieren, das sogar das natürliche Zittern der Hand ausgleiche.

Häufigste Einsatzgebiete seien dann Tumorentfernungen an Speiseröhre, Darm, Lunge, Eierstöcken, Gebärmutter, Prostata, Nieren oder Harnblase sowie rekonstruktive Operationen an Harnleiter oder Speiseröhre. Ein Vorteil des Da-Vinci-Roboters sei, dass mit ihm minimalinvasiv gearbeitet werden könne, also nur kleine Schnitte nötig sind, was zu geringerem Blutverlust, schnellerer Wundheilung und früherer Entlassung aus dem Krankenhaus führen soll. Zudem habe der Chirurg mehr Spielraum und könne Handgriffe ungehinderter durchführen. Auch die Belastung für den Operateur werde geringer, da er den Eingriff im Sitzen vornehme. „Wir versuchen mit der Technik das Beste für den Patienten herauszuholen“, sagt Georg Bartsch. Trotzdem gehe die offene Chirurgie, die auf einen Einsatz des Roboters verzichtet, nicht verloren, da einige OP mit dem Da Vinci nicht möglich oder sinnvoll seien.

Künftig will Bartsch die Aufteilung der Urologie des Krankenhauses in mehrere Abteilungen, Departments genannt, vorantreiben. „Die Klinik bietet viele verschiedene Eingriffe an, da sollte es Spezialisierungen geben.“ Wichtige Bereiche seien beispielsweise die Uroonkologie, die rekonstruktive Urologie, die roboterassistierte Urologie und die minimalinvasive Urologie.

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