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Krankenhäuser in Frankfurt Kampf gegen gefährliche Keime

Etwa 29.000-mal im Jahr stecken sich bundesweit Patienten mit multiresistenten Erregern an, die nicht mehr mit Antibiotika bekämpft werden können. Am ersten Internationalen Tag der Patientensicherheit informiert das Universitätsklinikum über den Kampf gegen gefährliche Keime.

Keime sind in allen Krankenhäusern ein Problem. Foto: dpa

Es sind nicht die großen Flächen, die in einem Krankenhaus gefährlich sein können. Wenn auf dem Fußboden mal ein bisschen Schmutz herumliegt, mag das zwar ärgerlich sein, aber die Keime, mit denen sich Patienten während eines Krankenhausaufenthalts infizieren können, lauern woanders: Es sind die Türgriffe, Lichtschalter, Bettrahmen und Rufgeräte. Jährlich gibt es in Deutschland 500 000 Infektionen im Krankenhaus, erläuterten die Mediziner Volkhard Kempf und Christian Brandt am Donnerstag auf einer Pressekonferenz im Universitätsklinikum zum ersten Internationalen Tag der Patientensicherheit.

Etwa 29 000-mal im Jahr stecken sich bundesweit Patienten mit multiresistenten Erregern an, die nicht mehr mit Antibiotika bekämpft werden können. Neben dem bekannten Staphylococcus, den die Ärzte inzwischen relativ gut in den Griff bekommen haben, ist jetzt ein zweiter multiresistenter Erreger aufgetaucht, der sich vor allem im Darm ansiedelt – häufig in einer Größenordnung, die noch nicht diagnostiziert werden kann. Erst wenn der Patient Antibiotika erhält, vermehren sich die Bakterien, sie „blühen auf“, wie Kempf, der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaus-Hygiene sagte.

Notfalls Nachschulung

Volkhard Kempf berichtete von einem aktuellen Fall: Ein Patient aus Griechenland sei tags zuvor noch völlig unauffällig im Klinikum eingetroffen. Heute habe man dann die sogenannten Kieler Keime diagnostizieren können.

Griechenland gehört zu den Ländern, in denen multiresistente Erreger besonders stark verbreitet sind. Die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt gab diesem Keim ihren Namen, weil es am dortigen Universitätsklinikum zum Jahreswechsel 2014/2015 einen Ausbruch der in der Fachwelt unter dem Namen Acinetobacter bekannten Keimen gab und 13 Patienten starben.

Um die Krankenhaushygiene Besuchern vorzustellen, wurden am Donnerstag mehrere Stände im Foyer des Klinikums aufgestellt. In einer Ecke stand ein Bett mit typischer Umgebung wie Nachttisch und Rufklingel.

Manuela El Faleh von der Reinigungskontrolle demonstrierte, wie die beiden Reinigungsfirmen, die für das Klinikum tätig sind, kontrolliert werden. Bei Auffälligkeiten, die mit Hilfe von UV-Licht ermittelt werden, wird die Reinigungsfirma informiert und eine Nachschulung anberaumt. Die Firmen seien selbst stark daran interessiert, eine ordentliche Arbeit abzuliefern.

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