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Krankenhäuser Frankfurt Drohnen sollen Blut liefern

Künftig könnten Drohnen Blutkonserven liefern: Die Agaplesion-Diakonie-Kliniken, die in Frankfurt das Markus-, Bethanien- und Diakonissen-Krankenhaus betreiben, planen den Einsatz der unbemannten Fluggeräte. Die Drohnen kämen schneller durch die Stadt als Rettungsfahrzeuge. Doch das Regierungspräsidium muss jeden einzelnen Einsatz genehmigen.

Drohnen könnten künftig lebensrettende Blutkonserven liefern. Es wären die ersten Distanzflüge der Geräte im Stadtgebiet. Foto: Mikrokopter

Schwerverletzte könnten Blutkonserven künftig von Drohnen geliefert bekommen. Den Einsatz der unbemannten Fluggeräte planen die Agaplesion-Diakonie-Kliniken. Sie betreiben das Markus-, Bethanien-, und Diakonissen-Krankenhaus.

Vor sechs Wochen hätten die Kliniken den Einsatz beantragt, sagte Geschäftsführer Dennis Göbel. Die Entscheidung des Regierungspräsidiums Darmstadt (RP) stehe noch aus. „Sobald das RP grünes Licht gibt, geht es los.“

Die Transportdrohnen, die ohne Kameras ausgestattet seien, kämen schneller durch die Stadt als Rettungsfahrzeuge mit Blaulicht. 50 bis 70 Notfalleinsätze gebe es pro Jahr. Durch den Zeitgewinn beim Drohnenflug könnten Menschenleben gerettet werden. Eine Gefahr für Passanten besteht aus Sicht der Kliniken nicht. Sobald der Akku sich leere, flögen die sogenannten Multikopter zum Startort zurück. Die beiden für den Einsatz vorgesehenen Geräte könne der Hersteller sofort bereit stellen. Eine Drohne koste rund 10 000 Euro.

Zuverlässig bei Wind und Wetter

Die Kliniken beabsichtigten, mit den ferngesteuerten Fluggeräten erstmals Streckenflüge von A nach B im Frankfurter Luftraum zurückzulegen. Vier bis fünf Kilometer Luftlinie liegen zwischen dem Blutdepot im Markus-Krankenhaus, das die Konserven verteilt, und den beiden Kliniken im Nordend und in Bornheim. Die mit GPS ausgestatten Drohnen flögen zuverlässig bei Wind und Wetter. Geschäftsführer Göbel kann sich auch eine Zusammenarbeit mit weiteren Kliniken vorstellen.

Der Einsatz von Drohnen auf längeren Distanzen in Frankfurt wäre eine Neuheit. Bislang kämen die Fluggeräte nur in einem streng abgegrenzten Flugraum zum Einsatz, erläuterte der zuständige Mitarbeiter des Straßenverkehrsamts. Vor zwei Jahren sei die erste Drohne über Frankfurt geflogen, gesteuert von einem Privatmann. Seitdem würden die Luftfahrtgeräte beim Dreh von Fernsehaufnahmen oder dem Beobachten von Bauprojekten eingesetzt. Gerade in der letzten Zeit häuften sich die Anfragen nach Fluggenehmigungen, wusste er zu berichten. Derzeit gebe es 15 bis 20 Drohnenflüge im Monat in der Stadt. Darunter seien aber keine Paketdienstleister wie Amazon oder Deutsche Post DHL.

Jeder Flug muss genehmigt werden

Der Einsatz von Drohnen im städtischen Luftraum ist streng geregelt. Jeden Flug muss das Regierungspräsidium Darmstadt (RP) genehmigen. Einsatzort und -zeit sind festgelegt. Der Luftraum ist gesperrt. Damit die Drohnen nicht Hubschraubern von Polizei und Feuerwehr in die Quere kommen, erteilt die Stadt vor jedem Flug die Flugerlaubnis.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die Drohnen in der Nähe der Oberleitungen von S-Bahnen und Straßenbahnen abheben. Wegen der Schiffe dürfen die Fluggeräte nicht im Tiefflug über den Main, wegen des Straßenverkehrs nicht in geringer Höhe über Straßen fliegen. Auch Justizgebäude, Botschaften oder Konsulate dürfen sie nicht überfliegen. Geräte, die schwerer als fünf Kilogramm sind, unterliegen noch strengeren Sicherheitsbestimmungen. Polizei und Feuerwehr sind über jeden einzelnen Flug informiert, und können im Zweifel ihr Veto einlegen. Dass Distanzflüge in der Stadt trotz dieser Einschränkungen möglich sein könnten, bezweifelte der Mitarbeiter des Straßenverkehrsamts.

Auch das Regierungspräsidium sieht die Anfrage der Kliniken kritisch. Drohnen dürften nicht über Menschen fliegen. Der Pilot müsse das Fluggerät immer im Blick haben. Diese Sicherheitsvorkehrungen würden bei Flügen von einer Klinik zur anderen nicht eingehalten. „Das ist so nicht genehmigungsfähig“, sagte Nicole Ohly-Müller, die Sprecherin des Regierungspräsidiums.

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